Donnerstag, 19. November 2026
Seniorenbeiratswahl in Reinbek
, von Imke Kuhlmann
15 Kandidatinnen und Kandidaten bewerben sich um elf Sitze – Wahl am 19. November 2026
Reinbek – Wie kann Reinbek die Lebensqualität älterer Menschen verbessern? Wie können die Anliegen in politische Entscheidungen eingebracht werden? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die Kandidatinnen und Kandidaten für den neuen Seniorenbeirat bei einer Vorstellungsveranstaltung. Insgesamt 15 Frauen und Männer bewerben sich um die Sitze im Gremium, das die Interessen der älteren Bevölkerung vertreten und sich mit konkreten Anliegen auf kommunaler Ebene einbringen soll.
Wahlberechtigt sind nach Angaben der Stadt mehr als 9000 Reinbekerinnen und Reinbeker, die das 60. Lebensjahr vollendet haben und seit mindestens sechs Wochen mit Hauptwohnsitz in Reinbek gemeldet sind. Sieben Frauen und acht Männer treten zur Wahl an. Die jüngste kandidierende Person ist 60, die älteste 88 Jahre alt. Der Seniorenbeirat umfasst elf Mitglieder. Bei der Vorstellung wurde deutlich, dass die Kandidierenden unterschiedliche Erfahrungen und Schwerpunkte mitbringen, sich aber in einem Punkt einig sind: Die Belange älterer Menschen müssen in Politik und Verwaltung stärker berücksichtigt werden. Dabei gehe es nicht nur um klassische Seniorenangebote, sondern um nahezu alle kommunalen Themen.
Die Einflussnahme in politische Entscheidungen spielt dabei eine große Rolle. Das Gremium sei nicht allein für soziale Angebote zuständig, sondern müsse seine Möglichkeiten zur Mitwirkung konsequent nutzen. Dazu gehörten die Teilnahme an Ausschüssen, das Einbringen von Anträgen und der Austausch mit Bürgermeister und Verwaltung. Ziel sei es, konkrete Handlungsbedarfe zu erkennen und Veränderungen anzustoßen. Auch praktische Fragen des Alltags standen im Mittelpunkt. Dazu zählen barrierefreie Wege und gut erreichbare Bushaltestellen. Angesichts zunehmender Hitzeperioden gewinnen nach Ansicht der Mitglieder zudem Trinkwasserangebote, kühle Aufenthaltsorte und Möglichkeiten zum Ausruhen an Bedeutung. Ältere Menschen seien von hohen Temperaturen besonders betroffen. Klimaschutz und eine altersgerechte Stadtentwicklung seien deshalb eng miteinander verbunden. Weitere Kandidierende möchten sich für bessere Orientierung und mehr Sicherheit im öffentlichen Raum einsetzen. Eine Bewerberin verwies auf schlecht beleuchtete Bereiche, die insbesondere in der dunklen Jahreszeit für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen zum Problem werden könnten. Auch die Versorgung unterwegs wurde angesprochen. Neben der politischen Interessenvertretung bleiben Begegnung und soziale Teilhabe wichtige Aufgaben. Dazu gehören gemeinsame Frühstücksangebote, Stadtführungen, Öffentlichkeitsarbeit und persönliche Gespräche, die es bereits gibt. Mehrere bisherige Mitglieder wollen ihre Arbeit fortsetzen. Neue Mitglieder könnten zusätzliche Impulse geben.
Ein aktuelles Projekt ist die Befragung älterer Menschen in Reinbek. Die Fragebögen wurden postalisch versandt und sollen Aufschluss darüber geben, welche Wünsche, Probleme und Prioritäten die Seniorinnen und Senioren haben. Bei einer Diskussion über die Rückmeldungen wurde deutlich, dass die Stadt möglichst viele Menschen erreichen muss. Gerade in Senioren- und Pflegeeinrichtungen werde nicht jedes Schreiben automatisch als offizielle Befragung wahrgenommen. Hier sollen wieder Möglichkeiten geschaffen werden, die ausgefüllten Wahlunterlagen unkompliziert abzugeben.
Die Briefwahlunterlagen für den Seniorenbeirat sollen am 29. Oktober versendet worden sein. Die Wahl findet am 19. November statt; die öffentliche Stimmenauszählung im Rathaus ist ab 16 Uhr vorgesehen. Die Stadt hofft auf eine möglichst hohe Wahlbeteiligung. Bei früheren Wahlen lag sie nach Angaben aus der Veranstaltung bei etwa 25 bis 30 Prozent. Der neue Seniorenbeirat soll am 17. Dezember arbeitsfähig sein.
Wer kandidiert, was treibt die Bewerberinnen und Bewerber an, und welche Themen wollen sie anpacken? Hier stellen sich alle 15 Kandidierenden mit ihren eigenen Worten vor.
- 19.11.2026Wahltag
- 15Kandidierende
- 11Sitze im Beirat
- 3 JahreAmtszeit
Wer darf wählen? Zu den Wahl-Informationen ↓
Die Kandidatinnen und Kandidaten
In alphabetischer Reihenfolge. Die Texte sind die eigenen Angaben der Kandidierenden.

Dr. Dirk Bavendamm
Jahrgang 1938, verheiratet, evangelisch, Publizist, in Reinbek seit 1947.
Ich möchte mich für die seniorengerechte Infrastruktur einsetzen.

Antje Tetkea de Boer
65 Jahre, freiberufl. Sprachenlehrerin, seit 10 Jahren in Reinbek.
Ich möchte eine bürgerfreundliche Stadt mit mehr (überdachten) Sitzgruppen, mehr gekennzeichneten Radwegen, mehr Mülleimern sowie eine nachhaltige Wiederbelebung der Innenstadt mit Einkaufs- und Begegnungsmöglichkeiten für Jung und Alt.

Inge Büttner
76 Jahre, verwitwet, zwei Kinder, lebt seit 1980 in Neuschönningstedt.
Ich war Verwaltungsangestellte in Sozialstationen, habe privat Senioren betreut und möchte mich weiterhin um die Belange älterer und vornehmlich alleinstehender Menschen in unserer Gemeinde kümmern.

Gabriele Hanath
Geb. 1962, seit 2001 in Reinbek, bis 2024 tätig im St. Adolf-Stift/Radiologie.
Anliegen: Hitzeschutz durch mehr Bänke, Trinkbrunnen, Wasserspender im Einzelhandel; Verbesserung der Beleuchtung im Stadtgebiet durch Ringe aus fluoreszierenden Farben an Laternenpfählen, Bordsteinmarkierung in dunklen Ecken.

Michael Hölzel
Geb. 1953; Augenoptikermeister
Wenn wir uns nicht zu Wort melden, wird man uns ignorieren. Es gibt in den nächsten Jahren noch genug Herausforderungen!

Georg Jeorgakopulos
85 Jahre, verheiratet, Dipl. Ingenieur, seit 1977 in Reinbek ansässig.
Ich möchte daran arbeiten, dass Senioren in Reinbek stärker zur Geltung kommen.

Dr. Elisabeth Kasch
Ich wohne seit 1969 in Reinbek, bin 86 Jahre alt, Witwe, in zweiter Ehe seit 2022, zwei Söhne, zwei Enkel.
Meine Anliegen: Schule (Lehrerin bis 2003), Familie, ÖPNV, Ordnung im öffentlichen Raum.

Kurt Martens
82 Jahre, seit 56 Jahren glücklich verheiratet, zwei Töchter, fünf Enkel, Werbefachmann.
Meine langjährigen Beiratsaktivitäten möchte ich gern fortsetzen und viele geplante Ideen und Aktionen auch ab 2027 weiter begleiten. Mein Motto: „ein lebenswertes Reinbek für ALLE“!

Johann Micka
Seit 26 Jahren lebe ich in Reinbek. Ich bin verheiratet und habe zwei erwachsene Kinder.
Wenn ich gewählt werde, möchte ich mich für die Sicherheit und Barrierefreiheit im öffentlichen Straßenverkehrsnetz für Senioren einsetzen.

Barbara Neumann
Seit mehr als 15 Jahren im Seniorenbeirat und stellvertretende Beirätin des Ausschusses für Jugend, Sport und Kultur.
Ich bin die Stadtführerin bei den Stadtrundfahrten des Seniorenbeirats, leite das Digitale Bowling im JRH, organisiere mit viel Freude das monatliche Frühstück und bin zur Weiterarbeit bereit.

Ute Peemöller
71 Jahre, seit 2023 im Seniorenbeirat.
Wir haben zwar nicht alles erreicht, was wir uns vorgenommen haben, aber doch einiges für die Reinbeker Senioren angestoßen. Ich möchte mich gern weiterhin für Sie einsetzen. Es gibt noch viel zu tun.

Norbert Schlachtberger
74 Jahre, Reinbeker seit 1959, Beruf: Centermanager Sportpark Reinbek, Netzwerker im psychosozialen Bereich, neun Jahre ehrenamtlicher erster Vorsitzender TSV Reinbek.
Ich möchte meine Erfahrungen mit städtischen Gremien etc. in der Seniorenarbeit einbringen.

Wolfgang Schmahl
79 Jahre, eine erwachsene Tochter und drei Enkel. Lebt seit 2002 in Reinbek. Beruf: Buch- und Offsetdrucker sowie Einzelhändler. Seit Rentenbeginn als selbstständiger Gärtner tätig.
Ich möchte mich beispielsweise für eine bessere Anbindung der Stadtteile einsetzen sowie für bessere Verbindungen des ÖPNV an den Wochenenden.

Hannelore Schützler
In den drei Jahren im Seniorenbeirat habe ich viele neue Erfahrungen gesammelt und diese auch umgesetzt. Ich habe mich um die Finanzen gekümmert, die monatl. Frühstücke und die Stadtrundfahrten unterstützt.
Ich möchte mich weiter intensiv darum kümmern, dass wir Senioren in der Gesellschaft besser gehört und verstanden werden.

Dr. Heinz-Dieter Weigert
Als Chirurg, Arzt im Rettungsdienst und jetzt Rentner kenne ich Probleme älterer Menschen.
Ich möchte mich weiterhin für ein seniorengerechteres Reinbek engagieren.
So wird gewählt
Wer darf wählen?
- Alle Reinbekerinnen und Reinbeker, die am Wahltag mindestens 60 Jahre alt sind oder im Jahr 2026 ihr 60. Lebensjahr vollenden.
- Voraussetzung ist ein Hauptwohnsitz in Reinbek seit mindestens sechs Wochen.
Fragen zur Wahl?
Stadt Reinbek, Fachbereich Bürgerangelegenheiten, Sozialpädagogischer Dienst, Hamburger Straße 5–7, 21465 Reinbek, Tel. 040 72750-264, socialwork@reinbek.de
Seniorenbeirat Reinbek: seniorenbeirat-reinbek@t-online.de
Mehr unter www.reinbek.de sowie im Beitrag „Mitreden, mitgestalten und etwas bewegen“.
Fotos und Selbstdarstellungen: Kandidierende zur Seniorenbeiratswahl 2026. Angaben zur Wahl: Stadt Reinbek.