Stadt Reinbek
Vom Deutschen Städtetag nach Reinbek
, von Imke Kuhlmann

Reinbek – 36 Jahre lang war Jürgen Vogt-Zembol in der Reinbeker Verwaltung tätig und hinterließ in unterschiedlichen Positionen deutliche Fußstapfen. Zuletzt verantwortete er als Fachbereichsleiter den Bereich Umwelt, Klimaschutz und Innere Dienste. Zum 1. März hat nun der 31-jährige Jan Eike Schönfelder diese Position übernommen.
Schönfelder ist Politikwissenschaftler und im Kreis Pinneberg aufgewachsen. Sowohl beruflich als auch privat hat er vielfältige Erfahrungen gesammelt. Sein Studium begann er in Erfurt, den Master absolvierte er in Duisburg. Parallel dazu startete er seine Laufbahn beim Deutschen Städtetag, einem kommunalen Spitzenverband, zunächst als studentische Hilfskraft, später als rechte Hand des Geschäftsführers und schließlich als stellvertretender Büroleiter. Im Deutschen Städtetag haben sich rund 3.200 Städte zusammengeschlossen, um gemeinsam zu gestalten, zu diskutieren und sich auszutauschen. »Schon im Bachelorstudium entdeckte ich meine Leidenschaft für die Kommunalpolitik«, sagt Schönfelder.
Nach seinem Studium zog er nach Berlin, wo er drei Jahre lebte und weiterhin für den Deutschen Städtetag tätig war. Doch sein Wunsch aus Studienzeiten, die Welt zu entdecken, blieb. Schönfelder kündigte und reiste – mit Unterbrechungen – neun Monate lang durch Südamerika, Europa und die USA, teils mit einem Freund, teils allein. »Die Zeit hat mich resilienter werden lassen«, sagt er. Nach seiner Rückkehr stand für ihn fest, in den Norden zurückzukehren: »Ich liebe Norddeutschland«, sagt er.
In seiner neuen Funktion als Fachbereichsleiter für Innere Dienste, Umwelt- und Klimaschutz, Medien sowie die Zentralen Vergabedienste trägt er nun Verantwortung für 23 Mitarbeitende. Derzeit führt er mit allen Kennenlerngespräche. Besonders reize es ihn, Dinge anzupacken. Er möchte sich für das Gemeinwohl einsetzen und Themen voranbringen, die im direkten Umfeld sichtbar sind. Dass er sich dabei im Spannungsfeld zwischen Politik, Bürgerschaft und Verwaltung bewegt, schreckt ihn nicht: »Vieles lässt sich durch gute Kommunikation lösen«, so Schönfelder. Zugleich legt er großen Wert auf die Qualität seiner Arbeit. Ihm sei bewusst, dass sein Vorgänger über viel Erfahrung verfügte, doch er möchte auch eigene Impulse setzen. Dazu zählen unter anderem die Verwaltungsdigitalisierung, die Verbesserung des Umwelt- und Klimaschutzes in Reinbek sowie ein Update des Rats- und Bürgerinformationssystems und die Überarbeitung der Webseite.
Grundsätzlich beschreibt er sich als optimistischen Menschen mit Offenheit für neue Ideen. Privat ist er Fan des HSV und besucht regelmäßig Spiele im Stadion. Zudem spielt er selbst gern Fußball, trainiert wöchentlich im Fitnessbereich und singt im Hamburger Männerchor »Bengelsstimmen«, der gelegentlich auch Auftritte absolviert. Auch in einem Bosselverein in seiner Heimat im Kreis Pinneberg ist er aktiv. Besonders gerne ist er jedoch auf Entdeckungstour – regional wie international. Künftig kann er sich gut vorstellen, auch einmal mit dem Fahrrad von Hamburg nach Reinbek zu fahren. Ein eher ungewöhnliches Hobby hat er ebenfalls: Er sammelt Kfz-Kennzeichen in einer eigens dafür verfügbaren App – passend für einen Weltenbummler.
Aktuell jedoch führt ihn seine Entdeckungstour durch die Reinbeker Verwaltung.