Einwohnerversammlung
Ideen zur künftigen Wärmeversorgung
, von Stephanie Rutke
Aumühle/Wohltorf – In Schleswig-Holstein ist am 29. März 2025 die zweite Novellierung des schleswig-holsteinischen Energiewende- und Klimaschutzgesetzes (EWKG) in Kraft getreten. Es sieht vor, dass sich die Kommunen mit der Kommunalen Wärmeplanung auseinandersetzten und Konzepte entwickeln, damit die Wärmeversorgung bis zum Jahr 2040 klimaneutral möglich ist.
Aufgabe der Gemeinden landesweit ist es, einen individuellen Weg zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung zu entwickeln und umzusetzen – unter Berücksichtigung der jeweiligen Situation vor Ort. Wie es in den beiden Sachsenwaldgemeinden Aumühle und Wohltorf aussieht und welche Möglichkeiten es für die verschiedenen Liegenschaften und für private Hausbesitzer gibt, erfuhren rund 100 Bürgerinnen und Bürger am 11. Februar bei der gemeinsamen Einwohnerversammlung zum Thema »Kommunale Wärmeplanung«.
Stadtplaner Richard Mühlmann vom Büro ARC+ erläuterte den aktuellen Stand. In einem ersten Schritt wurden Versorgungsgebiete ermittelt und eine Reduktionsquote für jedes Gebiet festgelegt. Zukünftige Wärmebedarfe wurden ermittelt und die Versorgungsart je Gebiet festgelegt.
Die Situation in Aumühle und Wohltorf ist sehr ähnlich: Der größte Wärmebedarf besteht im Bereich »Wohnen« (mehr als jeweils 90 Prozent), geheizt wird aktuell in zwei Drittel der Haushalte mit Gas. Der Anteil an Ölheizungen liegt bei 28 Prozent (Aumühle) und 25 Prozent (Wohltorf), Wärmepumpen spielen mit fünf Prozent kaum eine Rolle.
Mit Blick auf die Zielsetzung bis 2040 stellt sich in den Kommunen die Frage, welche Möglichkeiten es gibt und welche sowohl technisch als auch finanziell umsetzbar sind. Aufgrund von Gewässer- und Naturschutz stehen in beiden Gemeinden im Prinzip keine Flächen zur Verfügung für eine zentrale Wärmeversorgung, Tiefengeothermie ist ebenfalls kein Thema.
Luftwärme hat das größte Potential, sie kann entweder zentral oder dezentral genutzt werden, mögliche Szenerien sind deshalb der Ausbau von Wärmepumpen und Wärmenetzen. Aufgrund der Strukturen in beiden Gemeinden (überwiegend Einzelhausbebauung) bietet sich eine dezentrale Versorgung an.
Das Fazit von Aumühles Bürgermeister Knut Suhk lautete am Ende der Veranstaltung »Es läuft auf individuelle Lösungen hinaus, Immobilien sollten effizient gestaltet werden.« Die neue Klimaschutzmanagerin des Amtes Hohe Elbgeest, Jenny Sue Wilson, ist Ansprechpartnerin in allen Fragen rund um die Wärmeplanung und informiert auch über Fördermöglichkeiten. Sie ist zu erreichen im Amt Hohe Elbgeest im Bauamt, Christa-Höppner-Platz 1, 21521 Dassendorf, Tel.: 04104-99 04 23 oder per eMail an waermeplanung@amt-hohe-elbgeest.de