Menschen bei uns
Trost und Hilfe und immer ein offenes Ohr
, von Stephanie Rutke

Aumühle – Seit November 2025 ist Jennifer Wrede-Sach die neue Seelsorgerin im Augustinum Aumühle. Sie ist mit ihrer umfangreichen Ausbildung breit aufgestellt für diese wichtige Aufgabe.
Die 46-Jährige ist verheiratet mit Christoffer Sach, früherer Pastor in Aumühle, und lebt mit Mann und zwei Kindern in der Sachsenwaldgemeinde. Sie ist Diplom-Erziehungswissenschaftlerin, hat einen Master-Abschluss in »Public Health«, ist Heilpraktikerin für Psychotherapie und hat außerdem noch eine theologische Weiterbildung an der evangelischen Fachhochschule absolviert. »Kultur und Gesundheitsbildung sind schon immer meine Themen«, sagt die Hamburgerin, die die meiste Zeit ihres Lebens in Norddeutschland verbracht hat.
Beruflich hat Jennifer Wrede-Sach in verschiedenen Bereichen Erfahrungen gesammelt: Als wissenschaftliche Mitarbeiterin in Forschungsprojekten war sie mit der Frage beschäftigt, wie ältere Patienten an ihrer gesundheitlichen Versorgung beteiligt werden können. Fühlt sich jemand einsam? Braucht er Hilfe? Denn nicht nur die medizinischen Aspekte spielen eine wichtige Rolle für Gesundheit und Wohlbefinden, sondern auch psychische und soziale.
Am Universitätsklinikum Eppendorf hat sie Schulungsmaterialien mitentwickelt für Menschen, die an Diabetes mellitus erkrankt sind und einen anderen kulturellen Hintergrund und teils eine geringe Lese- und Schreibkompetenz haben. »Es ging darum, wie man Gesundheitsthemen verständlich vermitteln kann«, erklärt sie.
Theologisch war Jennifer Wrede-Sach schon immer ehrenamtlich engagiert. »Ich habe Glaubenskurse gegeben, in Aumühle Projekte zur Passionszeit mitorganisiert, war in der Seniorenarbeit und bei Theaterprojekten tätig.«
Im Augustinum Aumühle arbeitet Jennifer Wrede-Sach seit einem Jahr im »Salon«, einem besonderen Angebot für die Bewohner im Haus. »Der Salon ist ein Treffpunkt und findet dreimal wöchentlich statt«, erklärt sie. Es ist ein offenes Angebot, das sich an alle Bewohner richtet, die andere kennenlernen, sich austauschen und sich unterhalten möchten. Hier beschäftigen sich die Beteiligten mit einem bunten Potpourri an Themen.
Im Austausch mit Bewohnerinnen und Bewohnern erfährt die Seelsorgerin viel Biografisches aus deren Leben. »Das finde ich bereichernd, denn hier leben sehr viele interessante Menschen«, sagt sie. Als Seelsorgerin sieht sie sich als Begleiterin, als jemand, der mit offenem Ohr zuhört und auch Angehörige von Bewohnern begleitet. In ihrer Sprechstunde geht es um Glaubensthemen, aber auch um ganz allgemeine Alltagsthemen.
Jennifer Wrede-Sach, die sich zurzeit noch zur Diakonin ausbilden lässt, bietet regelmäßig Andachten im Augustinum Aumühle an. Für ihre Arbeit im Wohnstift hat sie viele Ideen. »Ich möchte den Andachtsraum wieder mit mehr Leben füllen«, so die Aumühlerin. Es ist sowohl ein Raum der Stille als auch ein Ort für Begegnung und Veranstaltungen. Sie setzt auf Rituale und lädt zum Beispiel dazu ein, im Andachtsraum einen Stein abzulegen als Symbol für das Schwere.
Als Seelsorgerin und als Gastgeberin im Salon möchte Jennifer Wrede-Sach im Augustinum Aumühle eine Konstante sein, jemand, der Vertrauen schafft und Hoffnung macht.
Der Umgang mit den Themen Trauer und Erinnerung ist ihr ebenfalls sehr wichtig. Einmal jährlich wird ein Licht- und Gedenkgottesdienst für die Verstorbenen abgehalten. Viel wichtiger ist es aber, das Andenken und die Erinnerung im Gespräch lebendig bleiben zu lassen. »Für mich ist mit dem Tod nicht alles zu Ende«, sagt die Seelsorgerin. Jeder darf auch zweifeln und sie möchte Menschen immer Hoffnung machen. »Mich unterstützt mein Glaube bei der Arbeit hier im Augustinum.«
Privat liebt sie es, zusammen mit ihrem Mann Zeit mit ihren Kindern zu verbringen und gemeinsam mit der sechsjährigen Tochter und dem neunjährigen Sohn Dinge zu entdecken.
In ihrer Freizeit hört Jennifer Wrede-Sach gerne Podcasts zu Themen aus der Politik, True Crime, aber auch die »Science Cops« und »Hotel Matze« stehen auf ihrer Playlist, genau wie der »Talk ohne Gast« und sie liebt Spaziergänge im Wald.