Menschen bei uns

Jugend mischt sich ein

, von Imke Kuhlmann

Phillip Schwank (18) engagiert sich für die Jugend.

Wentorf – Der 18-jährige Phillip Schwank ist erneut zum Vorsitzenden des Kinder- und Jugendbeirats der Gemeinde Wentorf gewählt worden. Bereits zum zweiten Mal warf der Gymnasiast seinen Hut in den Ring, mit Erfolg. Die Wahl fand im November 2025 an den Wentorfer Schulen statt. Am 9. Dezember kamen die neun gewählten Jugendlichen zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen und bestimmten Phillip Schwank erneut zu ihrem Vorsitzenden.

Politisches Engagement liegt bei Schwank in der Familie. Sowohl sein Bruder als auch seine Schwester waren bereits Mitglied des Gremiums. Für ihn selbst ist es die zweite Amtszeit. Schon 2021 kandidierte er erstmals, doch mangels Beteiligung kam kein Jugendbeirat zustande. Bei der Wahl 2023 trat Schwank erneut an, diese wurde jedoch aufgrund von Formfehlern auf das Jahr 2024 verschoben. Doch dann wurde er erstmals zum ersten Vorsitzenden gewählt. Nun sitzt er erneut auf dem Chefsessel des Gremiums.

»Mich interessiert Politik, wie Prozesse ablaufen, wie Entscheidungen getroffen werden. Vor allem aber mag ich, dass sich Jugendliche auf diesem Weg einbringen können«, sagt Schwank. Auch wenn nicht jede Idee umgesetzt werde. »Es kommt häufig vor, dass wir von der Politik überstimmt werden«, erklärt er offen. Dennoch sieht er im Kinder- und Jugendbeirat eine große Chance, die Interessen junger Menschen zu vertreten. Bedauerlich findet er, dass viele Jugendliche diese Möglichkeit gar nicht kennen, was sich auch in der geringen Zahl der Kandidatinnen und Kandidaten gezeigt habe.

Für Schwank bringt das Ehrenamt noch weitere Vorteile mit sich. »Ich lerne politische Abläufe kennen«, sagt er. Das sei auch mit Blick auf seine berufliche Zukunft von Nutzen, die er im Wirtschaftsbereich sieht. Besonders interessieren ihn der Liegenschaftsausschuss sowie der Planungs- und Umweltausschuss. Wer aus dem Jugendbeirat welche Ausschüsse besucht, wird im Team frei entschieden. Zum Gremium gehören neben Schwank Lasse Ebert, Kendra Helmrich, Julius Perrey, Mila Altundag, Jonas Riethmüller, Lieven Seifert, Leu Seifert und Mathis Tönnesmann.

Die Themen des Kinder- und Jugendbeirats entstehen in den Sitzungen selbst, aus dem Alltag der Jugendlichen sowie aus der politischen Agenda der Gemeinde. Aktuell beschäftigt das Gremium auch die Diskussion um Schulneubauten. Kritisch sieht Schwank, dass es in Wentorf nur wenige Aufenthaltsorte für Jugendliche gibt. »Ein Club wäre toll«, sagt er. Kurzfristig wollen die Jugendlichen den Jugendtreff Prisma wieder stärker als Treffpunkt aktivieren. »Er wird viel zu wenig genutzt«, so Schwank. Insgesamt bemängelt er das geringe Engagement vieler Jugendlicher in der Gemeinde.

Der Vorsitzende selbst ist vielseitig engagiert. Er ist Mitglied der Schülervertretung am Wentorfer Gymnasium. Mit 15 Jahren absolvierte er ein sechswöchiges Praktikum bei einem Fährbetrieb in Guadeloupe – allein, in einem fremden Land. »Das war eine große Herausforderung, aber ich bin daran gewachsen«, sagt er. Kürzlich folgte ein weiteres Praktikum bei einem Fährbetrieb in Stralsund.

Trotz seines umfangreichen Engagements bleibt Zeit für Hobbys. Phillip Schwank ist begeisterter Tänzer und engagierte sich von 2022 bis 2024 intensiv in diesem Bereich. Inzwischen hält er sich mit Kraftsport fit. Gemeinschaftssinn spielt auch bei den Pfadfindern eine große Rolle. Seit 2019 ist er Mitglied der Pfadfinder in Reinbek. 2022 reiste er mit der Gruppe nach Chile. Daneben spielt Schwank Posaune im Oberstufenorchester des Gymnasiums, ist Schülerpate für jüngere Jahrgänge und engagiert sich als Klassensprecher. Mit vier Geschwistern aufgewachsen, habe soziales Engagement für ihn immer eine große Bedeutung gehabt.

Darüber hinaus ist Schwank bei Interact aktiv. Die Interact-Clubs sind ein internationales Jugendnetzwerk für 12- bis 18-Jährige, das sich für Menschen und Umwelt einsetzt – lokal, national und weltweit. In Deutschland engagieren sich mehr als 500 Jugendliche in Interact-Clubs, weltweit sind es über eine halbe Million.

Auch die großen politischen Themen lassen Phillip Schwank nicht kalt. Der Krieg in der Ukraine, der Klimawandel und die aktuelle weltpolitische Lage bereiten ihm Sorgen. Besonders interessiert blickt er dabei auf die skandinavischen Länder, deren politische und gesellschaftliche Modelle ihn sehr ansprechen.

Trotz geringer Beteiligung und begrenzter Einflussmöglichkeiten bleibt Schwank motiviert, die Interessen von Kindern und Jugendlichen sichtbar zu machen und in die kommunalpolitischen Prozesse einzubringen. Sein Einsatz verdeutlicht, wie wichtig solche Gremien für die demokratische Teilhabe junger Menschen sind.

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