Menschen bei uns
Die guten Wünsche zu den Menschen bringen
, von Imke Kuhlmann

Reinbek – Wenn am 10. Januar die Sternsinger an den Türen klingeln, um verkleidet als Heilige Drei Könige den Segen für das neue Jahr zu bringen und Spenden für Kinder in Not zu sammeln, steht Gabi Repgen, unterstützt vom Sternsingerteam der Reinbeker Herz Jesu Gemeinde, hinter dieser Aktion.
Die Mutter zweier erwachsener Kinder (26 und 27) ist im Glauben tief verwurzelt. Die 51-jährige mit kroatischen Wurzeln wurde in München geboren und lernte beim Studium ihren Mann Tilman kennen. Durch ihre Eltern hatte Gabi Repgen bereits als Kind den Zugang zur katholischen Kirche gefunden. Zwei Krankheitsfälle in der Familie verstärkten ihre starke Glaubensbindung. »Der Glaube war schon immer meine Kraftquelle«, sagt sie. Und das sollte sich auch in diesen Lebenslagen beweisen. Beide Kinder tragen daher katholisch bedeutungsvolle Namen. Gabi Repgen ist Religionslehrerin und unterrichtet heute katholische Religion an der Grundschule und an der Gemeinschaftsschule in Wentorf.
Im September 2003 zog die Familie nach Reinbek. Seit dem ist Gabi Repgen mit der Katholischen Gemeinde in Reinbek eng verbunden. Nach wenigen Wochen in der neuen Heimat fragte die Reinbeker Ordensschwester Myrta die junge Mutter, ob sie gemeinsam als Sternsinger einige Familien besuchen wollen. Sie verabredeten sich und zogen mit den beiden Kindern, damals vier und fünf Jahre alt, zu Viert von Haus zu Haus. Mit dabei: die Gitarre von Sr. Myrta. Bis heute ist sie mit vollem Herzen dabei. 16 Straßenzüge mit jeweils 20 - 25 Adressen besuchen die Kinder, die in Vierergruppen aufgeteilt sind. Begleitet werden sie von einer erwachsenen Person. Mit einem Gedicht und einem Lied erzählen die Sternsinger von der Not vieler Kinder in anderen Teilen der Welt. Die Menschen in Reinbek, Ohe, Wohltorf und Aumühle bekommen dann den Segen »20*C+M+B+26« an ihre Tür geschrieben.
»Diese Aufgabe gibt mir ein Glücksgefühl, dass ich nicht missen möchte«, sagt Gabi Repgen. Für die Vorbereitung gibt es einiges zu tun. Sie wirbt für das Engagement der Sternsinger und der begleitenden Eltern. »Viele von ihnen waren als Kind selbst dabei«, sagt die Lehrerin. Es wird geprobt, die Kostüme, die von einer Freundin liebevoll genäht werden, an die Kinder verteilt und es werden Kronen gebastelt. Am Tag selbst sind die Gruppen einige Stunden, manchmal bei Wind und Wetter unterwegs. »Die Kinder wissen, dass sie mit einer Mission unterwegs sind. Sie geben ihre Stimme den Kindern, die keine Stimme haben, um sich gegen Gewalt, Ausbeutung und Not zu wehren. Das macht den Sternsingern Freude und gibt ihnen ein besonderes Selbstbewusstsein«, erklärt Gabi Repgen.
In diesem Jahr heißt die Aktion: »Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit«. Eine Initiative, die gegen Kinderarbeit und für Schulbildung für Kinder in Bangladesch steht. Das Projekt wird auch unter www.youtu.be/_VT7pHQMJug von Willi Wetzel vorgestellt, der durch die TV-Sendung Willi wills wissen bekannt ist.
Besonders sei auch die Herzlichkeit der Menschen, die ihre Türen öffnen. Das Gemeindehaus wird an dem Tag später zu einer orientalisch geschmückten Sternsinger-Oase. Dort können sich die Kinder nach ihrer Tour erholen. Am 6. Januar besuchen die Gruppen noch das Reinbeker Krankenhaus, alle umliegenden Seniorenresidenzen sowie die Reinbeker Sozialstation.
»Eine schöne Tradition ist darüber hinaus, dass wir beim Neujahrsempfang des Bürgermeisters im Schloss dabei sein dürfen.« Privat liebt Gabi Repgen die Gartenarbeit, vor allem haben es ihr Rosen angetan. Aber sie kocht auch gern, zu Weihnachten bevorzugt kroatisch: Kuchen mit Walnuss oder Mohn und ebenso das Spezialrezept eines Kartoffelsalates der Familie. Zum Jahresende organisiert sie zudem mit anderen Gemeindemitgliedern das Krippenspiel. Doch der Höhepunkt des Jahres ist für sie das Sternsingen. »Mit den Sternsingern beginnt für mich das Jahr«.
Wer Interesse hat besucht zu werden oder mitzumachen, kann sich bei Gabi Repgen per eMail unter: reinbek@pfarrei-heilige-elisabeth.de melden.