Informationsveranstaltung der Verwaltung
Verkehrsumbau soll die Innenstadt stärken
, von Imke Kuhlmann

Reinbek – Die Stadt Reinbek will den Verkehr in der südlichen Innenstadt neu ordnen, marode Straßen sanieren und die Aufenthaltsqualität verbessern. Bei einer Informationsveranstaltung stellte die Verwaltung ihre Vorhaben vor. Im Mittelpunkt standen die Sanierung der Ladestraße, der geplante Ausbau weiterer Straßen und eine mögliche Änderung der Buslinienführung. Doch während die Stadt ihre Planungen als notwendigen Schritt für eine besser funktionierende Innenstadt verteidigte, wünschen sich Bürgerinnen und Bürger die aus ihrer Sicht fehlende Beteiligung an den bisherigen Entscheidungen. Dennoch bekam die Verwaltung viel Lob für die Informationsveranstaltung als ersten Schritt.
»Ausgangspunkt dieses Termins sind mehrere Entwicklungen: das Verkehrskonzept aus dem Jahr 2025, die Fertigstellung der Herzog-Adolf-Brücke und der Zustand der Straßen. Hinzu kommen politische Beschlüsse, darunter eine neue Doppelbushaltestelle im Bereich Landhausplatz beziehungsweise Windkoppel und die Aufstellung eines integrierten Innenstadtentwicklungskonzepts«, erklärte Bürgermeister Björn Warmer. Die Verwaltung wolle Verkehrsführung, Fuß- und Radverkehr, Aufenthaltsqualität, Freiräume sowie Handel und Dienstleistungen künftig gemeinsam betrachten, erläuterte Michael Voigt, Leiter der Abteilung Stadtplanung.
Als konkrete Maßnahme stehe zunächst die Sanierung der Ladestraße an. Die rund 35 Jahre alte Fahrbahn soll eine neue Asphaltdeckschicht erhalten. »Das ist notwendig, um weitere Schäden und damit höhere Folgekosten zu vermeiden«, so Falk Hofmann, Leiter Tiefbauamt. Die Arbeiten sind in mehreren Bauabschnitten geplant. Dabei werden auch die vorhandenen Aufpflasterungen (bauliche Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung) entfernt, die nach Darstellung der Stadt Probleme für den Winterdienst und Rettungsfahrzeuge verursachen. Zugleich wird der Gehweg verbreitert. Die Verwaltung kündigte weitere Informationen zum Ablauf und zu den Auswirkungen der Baustelle an.
Ebenso die Straßen An der Windkoppel, Sophienstraße Ost und Parkallee Süd sollen grundlegend erneuert werden. Dort geht es nicht allein um die Fahrbahndecke: Die Leitungen zur Entwässerung müssen ersetzt werden. Die drei Vorhaben werden gemeinsam ausgeschrieben. Konkrete Ausbaupläne liegen nach Angaben der Verwaltung allerdings noch nicht vor. Wie künftig Fahrbahnen, Gehwege und Parkplätze angeordnet werden, wird erst im weiteren Planungsprozess geklärt werden. Anwohner äußerten die Sorge, dass Verkehrsflächen, Stellplätze und sichere Wege für Fußgänger und Radfahrer unter Druck geraten könnten.
Eine weitere Änderung betrifft die Busführungen. Die Linien 235, 236 und 237 sollen künftig teilweise über die Ladestraße in Richtung Wentorf fahren. Die Stadt verspricht sich davon eine Entlastung des Knotenpunktes Landhausplatz und der angrenzenden Straßen. Zudem ist geplant, die Haltestellen im Innenstadtbereich bis hin zur Schulstraße barrierefrei auszubauen und mit taktilen Leitelementen zu versehen. Für die Busse ist außerdem eine Signalanlage im Bereich Einmündung Sophienstraße/Schlossstraße vorgesehen, damit sie leichter in den Verkehr einfädeln können.

Den größeren Rahmen wird das integrierte Innenstadtentwicklungskonzept bilden. Ein Planungsbüro soll im November beauftragt werden. Erste öffentlichkeitswirksame Beteiligungsangebote sind noch für dieses Jahr vorgesehen, der Schwerpunkt der Arbeit ist für 2027 geplant. Neben dem Verkehr werden auch Handel, Dienstleistungen, Freiräume und die Aufenthaltsqualität berücksichtigt. Ziel sei ein Maßnahmenpaket für kurz-, mittel- und langfristige Verbesserungen. Die Stadt hofft, damit neue Impulse für die Innenstadt zu setzen. Für die Anwohner bleibt maßgebend, ob ihre Vorschläge tatsächlich noch Einfluss auf die konkreten Entscheidungen haben. Die Stadt Reinbek will zeitnah über die Pläne auf der Webseite der Stadt www.reinbek.de informieren.