Wahrzeichen

125 Jahre Bismarckturm

, von Stephanie Rutke

Aumühle – Aumühles Wahrzeichen, der Bismarckturm, ist in diesem Jahr 125 Jahre alt geworden. Errichtet wurde der Turm als Wasserturm für die neue Villenkolonie, die Emil Specht Ende des 19. Jahrhunderts plante. Nach den Entwürfen des Architekten Hermann Schomburgk wurde er zwei Jahre lang gebaut. Emil Specht persönlich weihte den imposanten Bismarckturm am 12. Juli 1901 ein. Noch bis 1985 wurde Aumühles Wahrzeichen als Wasserturm genutzt. Seit 1999 steht er unter Denkmalschutz.

Heute gehört der Turm der Stiftung Aumühle, die 1983 als gemeinnützige Stiftung gegründet wurde. Das Kuratorium besteht aus sieben Gemeindevertreterinnen und- vertretern, den Vorsitz hat Alexander Bargon, Geschäftsführer ist der amtierende Bürgermeister Knut Suhk.

Das Stiftungskapital beläuft sich auf 750.000 Euro und darf nicht angetastet werden. Die Finanzierung setzt sich zusammen aus den Zinserträgen, der jährlichen Mieteinnahme von 20.000 Euro für den Mobilfunkmast auf der Turmspitze und Spenden. »Zweck der Stiftung ist die Förderung der sozialen Dienste, der offenen Jugend- und Altenhilfe, der Kultur und der Erwachsenenbildung sowie der internationalen Kontakte« heißt es in der Satzung. Zu den Aufgaben der Stiftung gehört es unter anderem, sich um den Unterhalt des Turmes zu kümmern. Viele Bürgerinnen und Bürger kennen die Stiftung Aumühle nicht. Deshalb ist der Vorstand immer auf der Suche nach Wegen, die Stiftung und ihre Aufgaben bekannter zu machen.

»Die Stiftung Aumühle unterstützt die örtlichen Vereine und die Organisation des Weihnachtsmarktes«, erklärt Alexander Bargon. Vereine wie der TuS Aumühle-Wohltorf, die Pfadfinder oder die Jugendfeuerwehr können Förderanträge für Projekte stellen, genauso der Verein KuBA (Kultur und Bildung in Aumühle), das Sachsenwald-Sound-Orchester oder die Aumühler Kirchenmusik. Das Kuratorium der Stiftung entscheidet, wie die Gelder verteilt werden. Jährlich stehen rund 20.000 Euro zur Verfügung.

Da der Bismarckturm der Stiftung gehört, muss das Kuratorium auch den Bauzustand des historischen Bauwerks immer im Blick haben. Im ehemaligen Wasserturm befinden sich heute die Gemeindebücherei mit einem beachtlichen Buchbestand und das Gemeindearchiv. »Wir müssen deshalb heizen und der Turm ist schlecht isoliert«, so Bargon. Aktuell gebe es keine größeren Probleme, die letzte umfangreichere Sanierung liegt rund 13 Jahre zurück und war erfolgreich. »Trotzdem müssen wir uns darauf einstellen, dass noch einmal größere Sanierungen anstehen.« Wenn die Stiftung dann für die Sanierung aufkommen muss, bliebe kaum Geld übrig zur Förderung der Projekte der Vereine.

Sinkende Zinserträge und die Tatsache, dass das Stiftungsvermögen sicher angelegt werden muss, machen die Sache nicht einfach. »Deshalb möchte das Kuratorium die Stiftung bekannter machen«, so der Vorsitzende. Eine gute Gelegenheit dafür war der diesjährige »Tag des offenen Denkmals« am 13. September. »Wir hatten 70 Gäste, die den Tag genutzt haben, um sich über den Turm zu informieren und an den Führungen mit dem Turmführer Erhard Bartels teilzunehmen«, freut sich Bargon. Weitere Möglichkeiten, die Stiftung Aumühle zu unterstützen, sind Spenden oder Erbschaften, die in die Sanierung von Aumühles Wahrzeichen investiert werden können. Infos dazu gibt es im Rathaus Aumühle bei Sabrina Kadner unter  04104-96296-18.

Die Sitzungen des Kuratoriums der Stiftung Aumühle sind öffentlich. Die nächste Sitzung findet am 17. November im Rathaus Aumühle statt.

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