Parteien

Zuversicht in schwieriger Zeit

, von Martina Kalweit

v.l.: Reinbeks Bürgermeister Björn Warmer mit dem Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins Martin Habersaat, der Bundestagsabgeordneten für das Herzogtum Lauenburg-Stormarn-Süd Dr. Nina Scheer und der SPD-Kreisvorsitzenden Marion Meyer

Reinbek – »Warum tust du dir das an?« Die Frage kenne er gut. Nicht nur Bürgermeistern kommt sie zu Ohr. Jeder Mensch, der sich im kommunalpolitischen Ehrenamt engagiert, stellt sie sich bisweilen selbst. Und so nickten bei Björn Warmers Grußwort schon einige Zuhörer zustimmend mit dem Kopf. Warmer erwähnte die Frage nicht, um auf dem Jubiläumsfest der Reinbeker SPD das große Jammern anzustimmen. Ihm ging es um das demokratische Selbstverständnis als Motivation politisch aktiver Bürgerinnen und Bürger. An einem SPD-Wahlkampfstand zu erklären, wofür die SPD steht, das sei heute eine der schwersten Übungen. Ein Suhlen in der Vergangenheit, so Warmer, sei deshalb nicht angesagt. Begriffe wie Arbeiter- oder Volkspartei könne man loslassen. Aufgaben für die Gegenwart gäbe es genug.

Die Grundsätze der Partei und die Aufgaben, die sich daraus ergeben, umrissen im Anschluss die Bundestagsabgeordnete für das Herzogtum Lauenburg-Stormarn-Süd Dr. Nina Scheer, die SPD-Kreisvorsitzende Marion Meyer und der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Martin Habersaat.

Die Grundsätze der Partei und die Aufgaben, die sich daraus ergeben, umrissen im Anschluss die Bundestagsabgeordnete für das Herzogtum Lauenburg-Stormarn-Süd Dr. Nina Scheer, die SPD-Kreisvorsitzende Marion Meyer und der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Martin Habersaat. »Wo ein Kind in Reinbek aufwächst, darf nicht darüber entscheiden, welche Chancen es bekommt« brachte Habersaat, auch bildungspolitischer Sprecher der Fraktion und Vorsitzender des Bildungsausschuss im Kieler Landtag, das Recht auf faire Bildung und soziale Gerechtigkeit auf den Punkt. Übersetzt in die kommunalpolitische Agenda der Reinbeker SPD heißt das: wohnortnahe Schulen sichern, Volkshochschule und Bücherei unterstützen, Treffpunkte schaffen und die Oberstufe an der Gemeinschaftsschule etablieren. Alles Projekte, für die sich die SPD stark gemacht hat.

Auf der To-Do-Liste sieht Habersaat weiterhin die Wohnraumpolitik und eine funktionierende öffentliche Infrastruktur. Wo es aktuell hakt, das kam nicht auf dem Podium, eher in den Gesprächen nach Eröffnung des Buffets zur Sprache. Rund 80 Geburtstagsgäste aus Politik und Verwaltung verteilten sich dazu in der Aula des Schulzentrums Mühlenredder. Zuvor dankte Martin Habersaat noch zehn Jubilaren für ihre langjährige Mitgliedschaft in der SPD und ihre kontinuierliche Mitarbeit in der Kommunalpolitik. Unter ihnen Ulla Schneider (45 Jahre Mitgliedschaft), die mit einer Mal-Aktion das Kinderfest am Nachmittag unterstützte und mit ihren Kunst-Werkstätten das kreative Talent Reinbeker Kinder über Jahrzehnte gefördert hat, und Gerhard Meißner, dessen Vater Karl eines der Plakate der begleitenden Ausstellung gewidmet war.

Philipp Quast, SPD-Mitglied der jüngeren Generation, hat Porträts verschiedener SPD-Mitglieder aus der Vergangenheit zusammengetragen. So waren zum Jubiläum nicht nur Festreden zu hören, sondern auch Lebensläufe zu besichtigen. Sie erzählen von Menschen mit unterschiedlichen Berufen und politischen Schwerpunkten. Ihre Geschichte(n) eint, dass sie auf verschiedene Art Verantwortung für Reinbek übernahmen. Für ihre Nachbarn, für soziale Gerechtigkeit und für Menschen, deren Stimme sonst vielleicht nicht gehört worden wäre. Auch das gehört zur SPD-DNA, die an diesem Abend gefeiert und jeden Tag aufs Neue gelebt sein will.

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