Bündnis 90/Die Grünen laden ein zur Infoveranstaltung am 28. Mai
Alternativen zu Amazon & Co
, von Stephanie Rutke

Aumühle/Dassendorf – Der Ortsverband Sachsenwald von Bündnis 90/Die Grünen lädt ein zu einer Info-Veranstaltung unter dem Motto »Wir alle sind DigitALTERNATIVE« am 28. Mai, 19 Uhr, im Multifunktionssaal, Christa-Höppner-Platz 1, 21521 Dassendorf.
Mit der Veranstaltung sollen europäische Alternativen zu den großen US-Tech Konzernen aufgezeigt werden, die nicht nur das Internet, Social Media, Banking und Online-Geschäfte dominieren, sondern durch ihren Zugang zu Informationen, persönlichen Daten und digitaler Infrastruktur vieles kontrollieren, enorm viel Geld verdienen und ihre Monopolstellung auch für politische Meinungsmache nutzen und damit zu einer Gefahr für die Demokratie werden können.
Mit-Initiator ist der Aumühler Burkhard Czarnitzki, der sich für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in der Gemeindevertretung engagiert. Auslöser für die Veranstaltung war für den 66-Jährigen eine Lesung in der Elbphilharmonie im vergangenen Oktober mit Marc-Uwe Kling. Der Autor, Kleinkünstler und Liedermacher ist bekannt durch die Reihe »Die Känguru-Chroniken«. »Marc-Uwe Kling hat sein neues Buch »Elon & Jeff on Mars«, eine satirische Geschichte über zwei Milliardäre im All, vorgestellt«, erzählt Czarnitzki.
»Kling hat an diesem Abend bekannt gegeben, dass er das Honorar des Abends an »savesocial.eu« spenden will«, erinnert sich Burkhard Czarnitzki. Savesocial ist eine demokratische Initiative, die im Februar 2025 mit dem Ziel gegründet wurde, soziale Netzwerke als demokratische Kraft zu retten. Initiator ist der Journalist und Autor Björn Staschen, zu den Unterstützern zählen unter anderen der Musiker Jan Delay, der Künstler Marc-Uwe Kling, die Musikerin Dota Kehr sowie Herta Däubler-Gmelin.
Die Buchvorstellung habe ihn inspiriert, die Info-Veranstaltung zu organisieren, erklärt der Aumühler. Er hat sich die Frage gestellt, von welchen digitalen Abhängigkeiten – kurz von US-Big-Tech wie Social Media, Amazon und Google – man sich verabschieden könne und welche Alternativen es dazu gibt. Erster Schritt auf dem Weg in den Ausstieg aus Google und Co. war ein »Di-Day-Brunch« mit Freunden, zu dem der Aumühler eingeladen hat. »Ich wollte wissen, wie und wo man anfangen kann und vor allem das Schwarmwissen nutzen«, erklärt er. Gemeinsam wurde diskutiert und nach Alternativen gesucht.
Statt des Messengerdienstes WhatsApp, der zum Meta-Konzern von Mark Zuckerberg gehört, kann »Signal« genutzt werden, betrieben von der gemeinnützigen Stiftung »Signal Foundation«. Statt Bücher bei Amazon zu bestellen, kann man sie in der Buchhandlung kaufen. Eine Alternative zu PayPal (börsennotiertes Unternehmen) ist »Wero«, ein Bezahldienst mit dem Ziel, eine unabhängige, einheitliche europäische Bezahlmethode zu etablieren. »So haben wir gemeinsam Ideen entwickelt, immer mit dem Ziel, unabhängig von den amerikanischen Big-Tech-Konzernen zu sein«, sagt der Aumühler.
Ein gutes Beispiel ist da der Musik-Streaminganbieter »Spotify«, über den Czarnitzki (66) mit seinem 26-jährigen Sohn diskutiert. »Ich streame inzwischen über »Qwant«, denn dort werden die Künstler besser bezahlt«, sagt er. Sein Sohn bevorzuge Spotify, wegen der besseren Performance.
»Ich bin offen für jede Form von Kritik«, sagt Burkhard Czarnitzki. Ihm ist es sehr wichtig, andere über das Thema zu informieren, mit ihnen zu diskutieren, aber niemanden zu belehren. Genau so soll auch die Infoveranstaltung ablaufen.
Eingeladen sind Uta Röpke und Sebastian Bonau, Landtagsabgeordnete der Grünen. Sie informieren darüber, warum sich die Landesverwaltung in Schleswig-Holstein als erstes Bundesland von Microsoft verabschiedet und auf Open-Source-Software umgestellt hat, um digitale Souveränität zu erreichen und Abhängigkeiten von Microsoft zu beenden. Hilfreich beim Ausstieg kann eine simple Methode sein: Man behält zunächst noch die gewohnten Dienste wie zum Beispiel Whats-App, nutzt aber parallel andere und steigt Stück für Stück um. »Fang‘ klein an und probier‘ es aus«, rät Czarnitzki. Er setzt darauf, dass eine solche Bewegung wie Graswurzeln von unten wächst und immer größer wird.
Im Anschluss an die Veranstaltung haben die Teilnehmer die Gelegenheit, sich auszutauschen und sich über die einzelnen Themen bei Fachleuten zu informieren.