Bürgermeisterwahl
»Eine Stadt ist niemals fertig«
, von Imke Kuhlmann

Reinbek – Seit mehreren Jahren steht Björn Warmer als Bürgermeister an der Spitze der Stadt Reinbek und will seine Arbeit nun fortsetzen. Große Bauprojekte, steigende Anforderungen und der Wunsch nach mehr Transparenz prägen seine Agenda. Im Gespräch mit dem Reinbeker erklärt er, warum ihn gerade die kommenden Jahre besonders reizen, wie er mit Kritik umgeht und weshalb für ihn neben der Politik auch das Privatleben eine zentrale Rolle spielt.
Der Reinbeker: Herr Warmer, Sie kandidieren bereits für eine weitere Amtszeit. Was motiviert Sie, weiterzumachen?
Björn Warmer: Eine Stadt ist niemals fertig. Wir haben in den letzten Jahren viel geplant, abgewogen und vorbereitet. Jetzt beginnt die Phase, in der das sichtbar umgesetzt wird. Wenn auch nur ein Teil dessen gelingt, was wir uns vorgenommen haben, dann wird sich hier enorm viel verändern. Denken wir an die Feuerwehren, die Schulen oder den Sportplatz in Ohe. Genau das reizt mich: Dinge nicht nur anzustoßen, sondern auch zu Ende zu bringen.
DR: Sie treten erneut ohne Gegenkandidaten an. Fehlt Ihnen da nicht ein Stück Wettbewerb?
BW: Es ist immer wünschenswert, Wettbewerb zu haben. Aber es ist ein offenes Verfahren und am Ende kandidieren diejenigen, die sich bewerben. Auch diese Wahl ist ein wichtiger Teil unserer Demokratie und dazu gehört, das Wahlrecht wahrzunehmen. Am Ende zählt, ob die Menschen zur Wahl gehen und mir ihr Vertrauen aussprechen.
DR: Es gibt immer wieder Kritik, es gehe zu wenig voran. Wie begegnen Sie dem?
BW: Man muss verstehen, dass viele Projekte lange Vorläufe haben. Entscheidungen, Planungen, Bürgerbeteiligung – das alles braucht Zeit. Ein gutes Beispiel ist der Recyclinghof: Standortsuche, Diskussionen, Bürgerentscheid, all das haben wir durchlaufen. Jetzt wird gebaut, und plötzlich geht alles schnell. Transparenz ist mir deshalb wichtig. Wir müssen auch aufgrund angespannter Finanzen Prioritäten immer wieder neu festlegen. Mit Videos in den sozialen Kanälen sowie direkter Kommunikation haben wir begonnen aufzuzeigen, was im Hintergrund passiert – mit einer großen Resonanz.
DR: Also setzen Sie stärker auf Öffentlichkeit?
BW: Ja, unbedingt. Wir gehen bewusst raus, erklären Projekte vor Ort, zeigen Baustellen, sprechen Probleme offen an. Das kommt gut an. Viele Menschen informieren sich inzwischen regelmäßig darüber und das schafft Verständnis und Vertrauen.
DR: Was sind Ihre wichtigsten Ziele für die kommende Amtszeit?
BW: Zwei große Schwerpunkte sind unsere Schulen und das Thema Sicherheit. Die Modernisierung der Schulgebäude Sachsenwaldschule und Gertrud-Lege-Schule sind Generationenprojekte, die mir sehr am Herzen liegen. Beim Thema Sicherheit geht es darum, dass wir alle uns vor dem Hintergrund aktueller Krisenzeiten sicher fühlen können. Wir stellen das mit top ausgerüsteten Feuerwehren und einer leistungsfähigen Bevölkerungsschutzeinheit des Rathauses, sicher. Ein weiterer Bereich ist Sport und Freizeit, da wird sich ebenfalls viel tun. So wird das Freizeitbad Reinbek voraussichtlich ab dem nächsten Jahr grundlegend saniert.
DR: Wie wollen Sie das personell in der Verwaltung bewältigen?
BW: Wir sind insgesamt gut aufgestellt, aber einzelne Bereiche sind in der Tat stark belastet. Deshalb arbeiten wir zunehmend mit externer Unterstützung, etwa durch Projektsteuerer. So können wir große Vorhaben effizient umsetzen, ohne die Verwaltung zu überfordern.
DR: Wie wird Ihr Alltag direkt nach der Wahl aussehen?
BW: Ehrlich gesagt: unaufgeregt…. Ich werde meine Aufgaben mit gleicher Energie weiterbearbeiten wie vor der Wahl.
DR: Was könnte es beruflich für Sie noch nach dem Bürgermeisteramt geben?
BW: Das hängt von vielen Faktoren ab. Irgendwann ist ein Wechsel auch gesund. Für mich ist entscheidend, ob ich mit meiner Arbeit etwas bewirke... und gleichzeitig haben die Familie und das Privatleben für mich einen hohen Stellenwert.
DR: Was möchten Sie den Bürgerinnen und Bürgern mit auf den Weg geben?
BW: Wir alle im Rathaus sind nicht irgendeine anonyme Behörde, sondern mittendrin. Viele von uns wohnen hier in Reinbek, wir sind Ihre Nachbarinnen und Nachbarn. Als Bürgermeister bin ich gleich um die Ecke, sehe mir Vieles selbst an. Das ist die Nähe, die ich mir für die Bürgerinnen und Bürger vorstelle. Mit meinem Team arbeite ich kontinuierlich daran, die Stadt Schritt für Schritt besser zu machen.