Täbyplatz

Vom Klapptisch zum großen Verkaufswagen

, von Imke Kuhlmann

Lars (v.l.) und Marie Reimers mit Karin und Fred Rathmann

Reinbek – Drei Jahrzehnte lang gehörten Fred und Karin Rathmann zum Reinbeker Wochenmarkt auf dem Täbyplatz. Nun haben sich die beiden tränenreich von ihren Stammkundinnen und Stammkunden verabschiedet. Marie und Lars Reimers übernehmen den Stand. Was vor 30 Jahren mit altem Geschirr, einem VW-Bus und einem kleinen Anhänger begann, ist über die Jahre zu einem festen Bestandteil des Marktlebens geworden.

Bereits Gottfried und Erika Rathmann hatten Marktgeschichte geschrieben. 28 Jahre lang verkauften sie Blumen und Gemüse, damals noch mit Käfer und Klapptisch. Dann übernahmen Fred und Karin Rathmann den Stand und entwickelten ihn Schritt für Schritt weiter. Seit 2010 gehörte ein gelber Lkw zum Marktauftritt. Die Verbundenheit mit der eigenen Region blieb über die Jahre. Die Blumen stammten aus dem Gartenbaubetrieb der Familie von Karin Rathmann in Kirchwerder, der inzwischen in der dritten Generation geführt wird. Wo eine Selbstvermarktung nicht möglich war, setzen Rathmanns auf regionale Ware von Nachbarbetrieben und aus dem Großmarkt. Im Sortiment waren Schnittblumen ebenso wie Frühjahrs-, Sommer- und Herbstblumen oder Gestecke für den Advent. Der Marktstand war für Fred und Karin Rathmann weit mehr als ein Verkaufsplatz. Die 30 Jahre waren jedoch auch nicht immer einfach. 2004 zerstörte ein schwerer Hagelschaden rund 80 Prozent des Gartenbaubetriebs. Der Wiederaufbau während des laufenden Betriebs war eine enorme Kraftanstrengung, die mit vielen helfenden Händen bewältigt wurde. Auch die Corona-Pandemie stellte das Marktgeschäft 2020 vor große Herausforderungen. Ein mögliches Verkaufsverbot und strenge Auflagen erforderten Kreativität und die Suche nach neuen Lösungen.

Über die Jahre entstand eine enge Beziehung zu den Kundinnen und Kunden. Manche Familien begleiteten sie über vier Generationen hinweg. Sie kauften Blumen zur Geburt, zur Einschulung, für Konfirmation oder Kommunion, für Heiratsanträge, Hochzeiten, Jubiläen und Hochzeitstage. Aber auch bei Krankheit und Sterbefällen waren die Rathmanns Ansprechpartner. Viele persönliche Gespräche gingen weit über den eigentlichen Verkauf hinaus. Manchmal mussten die Blumenhändler dabei zu echten »Rettern« werden. Ein Bräutigam stand am Hochzeitsmorgen im Anzug am Stand, weil der eigentliche Brautstrauß die Nacht nicht überstanden hatte.

Nun beginnt ein neues Kapitel. Marie und Lars Reimers aus Kirchwerder stehen ab jetzt an dem Stand auf dem Täbyplatz. Marie ist gelernte Floristin, Lars Gärtner. Auch sie setzen auf Blumen aus eigenem Anbau und führen damit die Tradition des regionalen Blumenanbaus fort.

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