Deutsche Rote Kreuz

Fackellauf nach Solferino: »Ein Licht der Hoffnung«

, von Leif Sandtner

Mitglieder des DRK-Kreisverbandes Stormarn und des DRK-Kreisverbandes Herzogtum-Lauenburg sowie Maskottchen Henri bei der Fackelübergabe vor dem Reinbeker Schloss

Stormarn/Reinbek – Zum fünften Mal wandert das »Licht der Hoffnung« durch Deutschland. Menschen aus dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) tragen die symbolische Fackel vom 23. Februar bis 24. Juni durch insgesamt 19 DRK-Landesverbände, um sie schließlich am 27. Juni bis nach Solferino – in Erinnerung an die Schlacht von Solferino und dem Geburtsort der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung – zu bringen.

Dort versammeln sich jährlich Tausende Rotkreuzler und gedenken während der sogenannten »Fiaccolata« gemeinsam der Herkunft und den Grundsätzen des Roten Kreuzes.

In diesem Jahr startete die Fackel ihren Weg beim Tschechischen Roten Kreuz und von dort quer durch die östlichen Bundesländer. Bei strahlendem Sonnenschein nahm der Ortsverein Reinbek des DRK jetzt die Fackel vom Kreisverband Herzogtum-Lauenburg vor dem Reinbeker Schloss entgegen. Am folgenden Tag übergab der Kreisverband Stormarn die Fackel in Eutin zur Weiterreise an den DRK-Kreisverband Segeberg.

Der Fackellauf nach Solferino ist ein Symbol für Menschlichkeit, Solidarität und Hoffnung. Seit 1992 findet die feierliche Fiaccolata vom italienischen Solferino bis nach Castiglione delle Stiviere statt. Weil nicht alle Rotkreuzler während der Corona-Pandemie an dem Fackellauf teilnehmen konnten, war 2022 die Idee entstanden, das »Licht der Hoffnung« von Ehrenamtlichen wie einen Staffelstab über Ländergrenzen hinweg durch die Bundesrepublik über Österreich bis nach Italien weiterzugeben.

Impressionen und Geschichten zum Fackellauf sind im Internet unter drk.de/fiaccolata zu finden.

Historischer Hintergrund

Im Jahr 1859 reiste der Schweizer Geschäftsmann Henry Dunant durch Italien. Dabei wurde er Zeuge der Folgen der Schlacht von Solferino, einer der größten Auseinandersetzungen jener Zeit. Dunant erlebte Not und Elend der verwundeten Soldaten hautnah und setzte sich dafür ein, die Versorgung der Verwundeten zu organisieren. Er verarbeitete die erschütternden Erlebnisse in seiner Schrift »Eine Erinnerung an Solferino«, an deren Ende er die Vision für die Gründung neutraler Hilfsgesellschaften für Verwundete in verschiedenen Ländern Europas formulierte. 1863 fand die erste Genfer Konferenz statt, auf der die Gründung solcher Hilfsgesellschaften beschlossen wurde. Kurz darauf gründete sich die erste nationale Rotkreuzgesellschaft weltweit: der württembergische Sanitätsverein im Königreich Württemberg.

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