SC Wentorf
»Ich bin durch und durch Vereinsmensch«
, von Imke Kuhlmann

Wentorf – Nach 26 Jahren an der Spitze des Sportclubs Wentorf (SC Wentorf) hat sich Herbert Ahlers aus dem Amt des ersten Vorsitzenden zurückgezogen. Bei der Mitgliederversammlung am 16. März trat er nicht erneut zur Wahl an. Mit seiner Nachfolgerin betritt der Verein Neuland. Erstmals in der Geschichte des SC Wentorf übernimmt eine Frau die Führung. Die 46-jährige Kerstin Haumer ist seit einem Jahr als Pressewartin im Vorstand aktiv und trägt nun seit dem 16. März die Verantwortung für den rund 1.200 Mitglieder starken Verein.
Haumer ist in Wentorf aufgewachsen und ist der Gemeinde stets treu geblieben. Bis zur Geburt ihrer drei Kinder (11, 12 und 14 Jahre) arbeitete sie als Recruiterin in einer Personalabteilung. Auch sportlich ist sie seit vielen Jahren engagiert. Beim Tontaubenklub (TTK) war sie lange aktiv, als Hockeyspielerin spielte sie auf Leistungsebene, Tennis gehört bis heute zu ihren großen Leidenschaften. Darüber hinaus engagierte sie sich organisatorisch, baute eine Ballsportabteilung auf und übernahm die Planung von Veranstaltungen. Auch der Weihnachtsmarkt des Clubs geht auf ihre Initiative zurück.
Heute schlägt ihr sportliches Herz für den SC Wentorf. Im September 2024 plante sie, beruflich wieder einzusteigen und begann zunächst, die Geschäftsstelle des Vereins zu unterstützen. Schnell wurde ihr klar, dass sie hier mehr als nur einen Arbeitsplatz gefunden hatte. »In diesem Verein stimmt das Miteinander«, sagt Haumer. Besonders schätzt sie die offene und teamorientierte Führung ihres Vorgängers. »Herbert Ahlers hat immer wieder betont, wie wichtig es ist, dass sich alle einbringen. Chefallüren hatte er nie, für ihn zählte das Team.« Genau das möchte Haumer fortführen.
Die wenigen Stunden in der Geschäftsstelle reichten ihr jedoch bald nicht mehr aus, um eigene Ideen einzubringen. Deshalb entschied sie sich, auch ehrenamtlich Verantwortung zu übernehmen. Im März 2025 wurde sie zur Pressewartin gewählt und damit Teil des Vorstands. Eine enge Zusammenarbeit verbindet sie seitdem mit Vereinsmanagerin Sarah Rogowski. Aus der gemeinsamen Arbeit entstand auch eine persönliche Freundschaft. Vor einem Jahr gründeten die beiden Frauen zudem eine Ballsportgruppe für Kinder mit Behinderungen – ein Projekt, das ihnen besonders am Herzen liegt, da beide selbst ein Kind mit Beeinträchtigungen haben.
Die neue Aufgabe als Vorsitzende wird Zeit und Engagement verlangen. »Ich rechne damit, dass es in bestimmten Zeiten durchaus 20 Stunden pro Woche werden können«, sagt Haumer. Doch das schreckt sie nicht ab. »Ich bin mit dem Ehrenamt groß geworden.« Gleichzeitig ist ihr die Verantwortung bewusst. Rückhalt bekommt sie von ihrer Familie. Oft begleitet Golden Retriever Sumi Haumer ebenso wie ihr Sohn mit Trisomie 21 sie zu Terminen oder Veranstaltungen.
Zu ihren Aufgaben gehören künftig die Koordination des Vorstands, der aus mehreren Mitgliedern besteht, die Kommunikation nach außen, die Zusammenarbeit mit der Gemeinde sowie die Repräsentation des Vereins bei Veranstaltungen. Besonders wichtig ist ihr dabei der Teamgedanke. »Ich möchte nicht allein an der Spitze stehen, sondern gemeinsam mit dem Vorstand und den vielen Engagierten im Verein arbeiten.« Gleichzeitig sieht sie in der Weiterentwicklung der Social-Media-Präsenz eine wichtige Aufgabe, um den Verein auch für jüngere Generationen attraktiv und zukunftsfähig zu halten.
Auf ihre neue Rolle blickt Kerstin Haumer mit großer Vorfreude. »Der Verein war für mich Liebe auf den ersten Blick«, sagt sie. Warum sie sich so intensiv engagiert? »Uns geht es als Familie sehr gut. Ich möchte der Gemeinschaft etwas zurückgeben.« Dabei denkt sie nicht nur an die Arbeit im Verein selbst, sondern auch an das Engagement bei Veranstaltungen im Ort – etwa beim Rathausfest oder beim traditionellen Laternelaufen.