Engagement für ein würdevolles Lebensende
Ambulanter Hospizdienst Reinbek sucht neue Vorstandsmitglieder
, von Imke Kuhlmann

Reinbek – Seit 25 Jahren setzt sich der Ambulante Hospizdienst Reinbek dafür ein, sterbenden Menschen ein würdevolles und selbstbestimmtes Leben bis zuletzt zu ermöglichen. Im Mittelpunkt der Hospizarbeit steht die ambulante Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen in ihrem häuslichen Umfeld. Ziel ist es, ihre Wünsche und Bedürfnisse zu respektieren und ihnen ein möglichst selbstbestimmtes Leben bis zum Ende zu ermöglichen. Gleichzeitig begleitet, entlastet und unterstützt der Verein die Angehörigen in dieser schweren Zeit. Nun sucht der Verein Nachfolge für zwei Vorstandsplätze.
Der Verein zählt 116 Mitglieder und wird von einem vierköpfigen Vorstandsteam sowie einer hauptamtlichen Koordinatorin geführt. »Kraft geben, wenn die eigene nachlässt, und anderen Zeit schenken« – dieser Leitsatz prägt die Arbeit des Ambulanten Hospizdienstes. Der Vorstand versteht sich dabei als Kraftspender für die ehrenamtlich engagierten Hospizbegleiter. Er organisiert die formalen Abläufe, kümmert sich um Veranstaltungen und verantwortet Themen wie Satzungsänderungen, Datenschutz und Öffentlichkeitsarbeit. Für diese Aufgaben wird nun weitere Unterstützung gesucht. Der Vorstand besteht aus vier Personen, die ihre Arbeit ausdrücklich als Team verstehen und gemeinsam Verantwortung tragen. Zwei langjährige Vorstandsmitglieder geben ihr Amt am 12. März auf, sofern sich Nachfolgerinnen oder Nachfolger finden. An diesem Tag findet die Mitgliederversammlung mit Vorstandswahl statt. Denkbar ist auch eine Übergangszeit, um einen Wechsel zu ermöglichen.
Einer derjenigen, die ihre Vorstandstätigkeit beenden möchten, ist Roy Johannissen. Insgesamt war er 15 Jahre für den Ambulanten Hospizdienst Reinbek aktiv. Zunächst zehn Jahre als ehrenamtlicher Hospizbegleiter, anschließend fünf Jahre im Vorstand. Heute ist er als rechtlicher Betreuer einer Person in der Hermann-Jülich-Werksgemeinschaft tätig. Mit 75 Jahren möchte er nun bewusst Platz für neue Menschen und neue Ideen schaffen. Auch Stephanie Steinert wird ihr Amt niederlegen. Die 57-jährige ist Mutter von sieben Kindern, Schiedsfrau in Reinbek und voll berufstätig. »Es ist ein anspruchsvolles Amt, das mehr Zeit braucht, als ich habe«, sagt sie rückblickend. Die zwei Jahre im Vorstand seien für sie eine wertvolle Zeit gewesen, doch auf Dauer lasse sich dieses Ehrenamt nicht mehr gut mit ihren weiteren Verpflichtungen vereinbaren. Seit zehn Jahren ist sie Sterbebegleiterin und hat kürzlich eine Weiterbildung zur Trauerbegleiterin absolviert. In dieser Funktion wird sie ehrenamtlich dabei bleiben.
Der Ambulante Hospizdienst Reinbek arbeitet kontinuierlich an der Weiterentwicklung des Vereins. Gesucht werden Menschen mit Offenheit für das Thema Sterben und der Bereitschaft, Zeit und Engagement einzubringen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Interessierte haben die Möglichkeit, zunächst »reinzuschnuppern« und werden vom bestehenden Vorstand sorgfältig eingearbeitet. Zusätzlich gibt es Unterstützungsangebote wie Vorstandscoachings. Voraussetzung für eine Mitarbeit im Vorstand ist die Mitgliedschaft im Verein, der Jahresbeitrag beträgt 30 Euro.
Weitere Informationen gibt es telefonisch unter 040 78089860 oder per E-Mail an kontakt@hospizdienst-reinbek.de.