Gethsemane

Christoph Kulke mit Ansgarkreuz geehrt

, von Harald Mannchen/dR

Als Jugendlicher engagierte er sich in der evangelischen Kirche in der DDR.

Neuschönningstedt – Christoph Kulke, seit ihrer Gründung 1962 Mitglied der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Gethsemane in Neuschönningstedt, erhielt am 18. Oktober auf Antrag des Kirchengemeinderates das Ansgarkreuz, das Dankzeichen der Nordkirche für langjährige ehrenamtliche Tätigkeit. Im Rahmen eines Gottesdienstes würdigte Propst Matthias Bohl den vielfältigen persönlichen Einsatz des 86-Jährigen in der kirchlichen Arbeit und überreichte ihm die Ehrennadel, die nach dem Missionar Ansgar von Bremen benannt ist.

Der Vater zweier Töchter und sechsfache Großvater stammt aus Ebersbach bei Görlitz und wuchs in einem Pfarrhaus auf. Als Jugendlicher engagierte er sich in der evangelischen Kirche in der DDR, mit der Folge, dass ihm das Abitur versagt blieb. Er machte eine Ausbildung als Elektriker, floh 1961 nach Hamburg, heiratete und war bis zu seiner Pensionierung als Elektro-Ingenieur tätig.

Kaum hatte er 1962 in Neuschönningstedt Wurzeln geschlagen, wurde er schon ein Jahr später zum Kirchenältesten ernannt. Er baute einen ehrenamtlichen Lektorenkreis auf, wurde selbst als Lektor tätig und übernahm mehr als 45 Jahre lang die Verantwortung für die Jahresplanung. Ebenfalls 1963 trat er in den Posaunenchor der Gemeinde ein, dessen Leiter und Nachwuchsausbilder er ab 1965 für die nächsten 33 Jahre war und dem er noch heute als Bläser verbunden ist. Er übernahm aber auch über die Gemeinde hinaus Verantwortung für die Posaunenchöre des Kirchenkreises und deren Nachwuchs, so als Bezirksobmann der Nordelbischen Posaunenmission. Er leitete die bis zu 50-köpfigen Bläserdelegationen der Posaunenmission Schleswig- Holstein auf mehreren Kirchentagen und wirkte an der Koordination der Bläserdienste bei diesen Großveranstaltungen mit.

Bis zur Wende organisierte Christoph Kulke darüber hinaus im Rahmen des kleinen Grenzverkehrs eine Vielzahl von Kontaktbesuchen zwischen Partner-Chören in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, insbesondere mit dem Chor in Lübtheen, dem Partnerchor der Gethsemane-Gemeinde. Sein Engagement auf dem Gebiet der Musik umfasst außerdem seine Einsätze als Organist, denn schon Ende der Siebziger Jahre schloss er seine Ausbildung zum C- Organisten ab.

Mitte der Achtziger Jahre ließ er sich als Prädikant ausbilden und konnte dadurch eine Vielzahl von Gottesdiensten übernehmen. Vor 25 Jahren gründete er einen Besuchsdienstkreis, in dem er bis heute mitwirkt und so manchen Jubilar mit einem handschriftlichen Brief oder gar einem mit leichter Hand verfassten Gedicht erfreut hat. Seit 2003 leitet er den Bibelgesprächskreis.

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