Schloss Reinbek

»Entrechtet – Vertrieben – Ermordet«

, von Leif Sandtner

Um im annektierten Polen (Reichsgau »Wartheland«) Platz für deutsche Umsiedler zu schaffen, wurde die einheimische Bevölkerung vertrieben. Das Foto wurde um 1940 in der Nähe von Gniezno (Gnesen) aufgenommen. (FOTO: Instytutu Pami ci Narodowej)

Reinbek – Die Ausstellung »Entrechtet – Vertrieben – Ermordet. Das unbekannte Vernichtungslager Kulmhof und die Stadt Koło 1939- 1945« im Schloss Reinbek erinnert an eines der ersten nationalsozialistischen Vernichtungslager bei Chełmno. Mit dem deutschen Überfall auf Polen im September 1939 begann dort eine Zeit des systematischen Terrors. Die Stadt Koło wurde umbenannt in Warthbrücken und Teil des Warthegaus. Die polnische und jüdische Bevölkerung wurde von den Nationalsozialisten rassistisch verfolgt. Im nahen Chełmno (Kulmhof) errichtete die SS 1941 das erste Vernichtungslager mit Gaswagen. Dort erprobte das NS-Regime die fabrikmäßige, sofortige Massenvernichtung. Mehr als 150.000 Menschen wurden ermordet.

Reinbek ist mit der Stadt Koło seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden. Die Ausstellung im Schloss Reinbek erinnert an das Schicksal der Menschen während der Zeit der deutschen Besatzung. Sie soll anregen Verantwortung zu übernehmen für Gegenwart und Zukunft; für Freiheit und Demokratie, gegen Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung.

Die Ausstellung verbindet historische Dokumente und Exponate des Museums Kulmhof in Chełmno, Materialien aus der Bibliothek und dem Keramikmuseum Koło, sowie Arbeiten von Schülerinnen und Schülern der Gemeinschaftsschule Reinbek. Sie eröffnet unterschiedliche Perspektiven auf die Geschichte und setzt sich mit dem Schicksal der Menschen sowie der Bedeutung von Erinnerungskultur auseinander.

Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag, 20. September, 11.30 Uhr, mit einer Einführung von Dr. Ulrich Baumann, stellvertretender Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Ber lin, und ist bis zum 8. November 2026 im Schloss Reinbek zu sehen.

Es wird offene Führungen am Sonntag, 4.10 und 8.11. jeweils 15 Uhr, geben.

Führungen für Schulklassen können unter: kulturzentrum@reinbek.de vereinbart werden.

Öffnungszeiten des Schlosses: Mittwoch bis Sonntag 10 – 17 Uhr,

Eintritt: 4,-€ - www.schloss-reinbek.de

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