Gemeinschaftsschule Reinbek

Einsatzbereit, wenn andere Hilfe brauchen -sanitäter sind die wertvollste Unterstützung im Schulalltag

, von Imke Kuhlmann

Die neuen und die »alten« Schulsanitäter mit der verantwortlichen Lehrkraft Nora Weinheber (l.) und dem Schulleiter Dirk Böckmann (2. v.l.) und den Ausbildern vom ASB

Reinbek – Wenn in der Schule plötzlich jemand stürzt, sich verletzt oder Kreislaufprobleme bekommt, sind sie zur Stelle: die Schulsanitäter. An der Gesamtschule Reinbek übernehmen Schülerinnen und Schüler Verantwortung und helfen ihren Mitschülern, wenn schnelle Unterstützung gefragt ist. Gerade wurden wieder 18 Schülerinnen und Schüler für die Aufgaben als Schulsanitäter qualifiziert. Seit 2015 gibt es die Schulsanitäter an der Schule. Organisiert wird das Projekt von der Lehrkraft Nora Weinheber, die die Initiative aus einer anderen Schule kannte. Aus einer Idee ist inzwischen eine feste Einrichtung geworden.

Dass die Schulsanitäter tatsächlich gebraucht werden, zeigt der Schulalltag. Verletzungen gehören meist beim Sport immer wieder dazu – gebrochene Arme, kleinere Blessuren oder andere akute Beschwerden. Die Schulsanitäter müssen dann einschätzen, was zu tun ist. Für alle Situationen gibt es klare Regeln. Bei Kopfverletzungen wird grundsätzlich ein Rettungswagen gerufen. In anderen Fällen orientieren sich die Jugendlichen an den Empfehlungen ihrer Ausbildung und entscheiden gemeinsam mit der Schulleitung, welche Hilfe notwendig ist.

Junge Menschen, die beim Arbeiter Samariter Dienst (ASB) ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren beziehungsweise gerade absolviert haben, sowie der Koordinator für den Schulsanitätsdienst haben die Jugendlichen geschult. Sie alle sind dafür ausgebildet, ob als Sanitätshelfer oder als Sanitäter. Erfahrungen sammeln sie regelmäßig beispielsweise auf der Trabrennbahn oder im Volksparkstadion. Eine Woche lang haben sie Grundlagen der Ersten Hilfe, aber auch Praxiswissen vermittelt. Verbände anlegen, Beatmung und sogar Herzdruckmassage wurden geübt. Die Jugendlichen wurden zudem darauf vorbereitet, was in Extremsituationen zu tun ist. An mit Verletzungen geschminkten Personen konnten sie prüfen, ob sie auch mit solchen Situationen zurechtkommen.

»Die Schulsanitäterinnen und -sanitäter sind die wertvollste Unterstützung im Schulalltag«, sagt Schulleiter Dirk Böckmann, der die Zertifikate persönlich an die neuen Ersthelfer übergeben hat. Täglich werden sie gebraucht. Über jeden Einsatz ist die Schulleitung parallel informiert. Lara Shahwan (15) und Somaija Jami (14) sind zwei der frisch gebackenen Schulsanitäterinnen. »Ich möchte das schon seit der fünften Klasse«, sagt Lara. Sie möchte später im medizinischen Bereich arbeiten. Auch Somaija sagt: »Ich wollte wissen, ob mir ein Beruf in dem Bereich gefällt.« Sie kann es sich nun vorstellen. Ab der achten Klasse können sich die Schülerinnen und Schüler für das Amt bewerben. Für die Schule ist das Engagement mehr als nur ein zusätzliches Angebot. Die Jugendlichen lernen, Verantwortung zu übernehmen, aufmerksam zu sein, in Situationen ruhig zu bleiben, in denen andere möglicherweise überfordert sind und Informationen über die Fälle für sich zu behalten. Das zeigte auch die Situation, als eine Lehrkraft Herzprobleme hatte und die Schulsanitäter sofort den Rettungsdienst holen ließen. Auch während der Zertifikatsübergabe gab es einen Einsatz. Julian Theissen (14) und Finn Kastner (14) sind schon im zweiten Jahr dabei. Sie wurden zu einem Schüler mit Atemnot gerufen. Das Problem ließ sich schnell und unproblematisch lösen.

Finanziert wird das Projekt durch den jährlichen Lauftag. Dabei werden Spenden gesammelt, die dem Projekt zugutekommen.

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