Wentorfer Kulturwoche voller neuer Ideen

Von Beat und Kunst bis Basteln

, von Imke Kuhlmann

Sie organisieren die Wentorfer Kulturwoche: (v.l.), Manfred Lellek, Sybille Marks, Rüdiger Marks und Alexa Binnewies

Wentorf – Musik, Kunst, Mitmachaktionen – die 19. Wentorfer Kulturwoche präsentiert sich in diesem Jahr besonders vielfältig. Vom 29. Mai bis zum 7. Juni steht Wentorf wieder ganz unter dem Dach der Kultur. »So ein umfangreiches Programm für Kinder, Jugendliche und Erwachsene hatten wir bislang noch nicht«, sagt Sybille Marks. Sie ist die Vorsitzende des Vereins, der sich vor zwei Jahren gründete. Zuvor war das Team, das die Kulturwoche von Beginn an ehrenamtlich organisiert, an die Freie Lauenburgische Akademie angedockt, die ihre Türen jedoch schließen musste. 141 Veranstaltungen werden an zehn Tagen angeboten. Allein zwölf Programmpunkte sind für Kinder und Familien vorgesehen.

Neben den klassischen Ausstellungen sorgen zahlreiche neue Workshops für frische Impulse. Das Angebot reicht von kreativen Aktionen für Kinder bis hin zu ungewöhnlichen Formaten für Erwachsene. Auch einfache Bastelangebote oder gemeinsames Gestalten sprechen gezielt jüngere Besucher an. Daniela Stubbe bietet unter anderem am 30. Mai Filzen mit Kindern an. Auch beim Bumerang-Workshop ist Gerd-Jürgen Ludwig wieder dabei.

Ein Schwerpunkt liegt auf Projekten, die Menschen zusammenbringen. So lädt eine die Initiative »Wentorf.Spielt.Draußen.« im kleinen Park am Rathaus zum generationsübergreifenden Spielen ein. Unter dem Motto »Draußen spielen« werden klassische Spiele für Jung und Alt angeboten, begleitet von Musik und dem Auftritt des bekannten Zauberers Wittich Wolf am 5. Juni um 16 Uhr. Ziel ist es für die Organisatorinnen und Organisatoren, Begegnungen zu schaffen.

Besonders sind auch Veranstaltungen, die gesellschaftliche Themen aufgreifen. Dazu zählt ein Workshop, bei dem Särge für Sozialbestattungen gemeinsam gestaltet werden. Die Idee dahinter: Menschen, die ohne Angehörige oder finanzielle Mittel beerdigt werden, sollen dennoch einen würdevollen Abschied erhalten. In ruhiger Atmosphäre können Teilnehmende die Särge bemalen, verzieren und dabei ins Gespräch kommen. »Das ist eine sehr besondere und berührende Erfahrung«, berichtet Sybille Marks. Ebenfalls neu ist ein Workshop zum Thema Erinnerungsarbeit. Unter dem Titel »Mein Leben erzählen – gegen das Vergessen« lädt Marc von der Linde dazu ein, die eigene Lebensgeschichte zu reflektieren und festzuhalten.

Musikalisch zeigt sich die Kulturwoche breit aufgestellt. Das Eröffnungskonzert setzt dabei bewusst auf Kontraste. Auf ein klassisches Violinduo mit Hibiki Oshima und Felix Heckhausen folgen moderne Rock- und Popklänge einer jungen Band mit dem Namen »Meyerband«. Das Eröffnungskonzert findet am 29. Mai um 19 Uhr in der Martin-Luther-Kirche, Reinbeker Weg 27, statt. Einen besonderen Höhepunkt verspricht ein Duo-Konzert zweier Musikerinnen aus unterschiedlichen kulturellen Hintergründen: Hebräische und arabische Musik verschmelzen hier zu einem gemeinsamen Klangbild – eingebettet in eine außergewöhnliche Atelier-Atmosphäre.

Auch bewährte Formate sind wieder dabei: Lesungen, Theateraufführungen, Märchenspaziergänge und Ausstellungen verteilen sich über das gesamte Ortsgebiet. Viele private Ateliers öffnen ihre Türen und bieten Einblicke in künstlerisches Schaffen. Auch die Kunstwand am Rathaus ist wieder Teil der Kulturwoche. Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschule Wentorf widmen sich dem Thema »Gleichstellung in Wentorf bei Hamburg«. Sie beginnen am 2. Juni von 8.30 bis 13 Uhr mit ihrem Werk. Ergänzt wird das Programm der Kulturwoche durch Aktionen wie ein Fenster-Quiz und die Mitmachaktion »Kunst am Stiel«. Jede und jeder, der möchte, kann dabei sein und die eigene Kunst vor der Alten Schule neben dem Rathaus ausstellen. Die Werke müssen wetterfest sein und einen Stiel haben. Die Kunstwerke werden am 7. Juni meistbietend verkauft. Anmeldungen sind notwendig. Informationen hierzu sowie alle Termine der Wentorfer Kulturwoche gibt es unter: www.wentorfer-kulturwoche.de Und auch die Tombola steht wieder auf dem Programm. Sie startet bereits am 23. Mai von 10 bis 12 Uhr am Infostand im Casinopark. Das Besondere: Die Gewinner können sich ihren Preis selbst aussuchen – je nach Interesse und Anzahl der Lose.

Ein zentrales Anliegen der Veranstalter bleibt die niedrigschwellige Teilnahme. Der Großteil der Angebote ist kostenfrei oder basiert auf Spenden. »Kultur soll für alle zugänglich sein«, betont Alexa Binnewies, ebenfalls im Vorstand des Vereins. Dieses Konzept habe sich bewährt.

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