Kirchengemeinde Wohltorf-Aumühle

Der doppelte Tobias Knöller

, von Stephanie Rutke

Pastor Tobias Knöller (41, links) und sein Mann, Diakon Tobias Maximilian Knöller (42), freuen sich auf ihre Arbeit in der neuen Kirchengemeinde Wohltorf-Aumühle.

Aumühle/Wohltorf – Die fusionierte Kirchengemeinde Wohltorf-Aumühle hat seit dem 1. März wieder einen Pastor. Für die rund 2.300 Gemeindemitglieder kann es zu lustigen Verwechslungen kommen, denn im Wohltorfer Pastorat wohnt jetzt Pastor Tobias Knöller zusammen mit seinem Mann – und der heißt auch Tobias Knöller.

Als Tobias Maximilian Knöller, von Beruf Diakon, vor einigen Jahren einen Instagram Account mit dem Namen »Diakon_Tobi« anlegen wollte, merkte er erstaunt, dass der Name schon vergeben war. Er nahm Kontakt auf und stellte fest, dass es noch einen Tobias Knöller gibt: gleicher Name, gleicher Beruf und sogar gleiches Alter. Eine kleine Unterscheidungshilfe ist nur sein Zweitname Maximilian. »So haben wir uns über Social Media kennengelernt und zunächst einfach nur ausgetauscht«, erzählen die beiden Männer, die seit mittlerweile vier Jahren verheiratet sind.

Pastor Tobias Knöller (41) ist ein echtes Nordlicht, er stammt aus Gettorf bei Kiel. Sein Mann (42) ist gebürtig von der Mosel und liebt als rheinische Frohnatur den Karneval. So unterschiedlich die beiden auch sind, sie sagen von sich: »Wir sind beide Dorfkinder, stammen aus Arbeiterfamilien und sind bodenständig.«

Bisher hat Pastor Knöller in der Gemeinde in Breitenfelde bei Mölln gearbeitet und dort seinen Probedienst absolviert. Er war sehr beliebt und hat es geschafft, dass die Kirche sonntags nicht nur zu besonderen Anlässen gut besucht war – und das trotz ganz traditioneller Gottesdienste. Auch Propst Philip Graffam wussten seine Arbeit sehr zu schätzen und wollte, dass das Ehepaar Knöller weiter hier im Kirchenkreis arbeitet.

Deshalb haben sich Pastor Knöller und sein Mann die Kirchengemeinde Wohltorf-Aumühle angeschaut, hier gepredigt und waren begeistert. Als klar war, dass sowohl der Propst als auch die Kirchengemeinde und natürlich die beiden Knöllers »ja« sagen, war klar: Es zieht wieder ein Pastor ein ins Pastorat auf dem Kirchberg.

»Wir glauben, dass der liebe Gott mit der Kirche noch etwas vorhat«, sind sich Pastor Knöller und sein Mann sicher. Die beiden freuen sich auf die neue Aufgabe, die einige Herausforderungen mit sich bringt. Gerade erst fusioniert wachsen hier zwei bisher eigenständige Kirchengemeinden zu einer neuen Gemeinde zusammen. »Vieles läuft schon länger gut, anderes wird sich fügen«, ist Pastor Knöller optimistisch. Sein Ziel ist es, wieder mehr Menschen für die Kirche zu begeistern durch Glaubensinhalte und durch Seelsorge. Für die neue Gemeinde bringt er jede Menge Ideen mit, möchte aber zunächst gucken, was die Menschen brauchen und wie das gemeinschaftliche Leben gestärkt werden kann.

Pastor Knöller nennt die evangelischen Gottesdienste einen »großen Schatz« und er liebt das Abendmahl, dass er gerne in jedem Gottesdienst feiern würde. Die Gemeinde kann sich auf einige Überraschungen wie Gemeindefeste oder eine Pop-Messe, bei der traditionelle liturgische Inhalte mit populärer Musik verbunden werden, freuen. Für den Gottesdienst am Palmsonntag, 29. März, plant der Pastor, echte Esel vom Verein »Lerntiere« vor und vielleicht sogar in der Kirche zu haben.

»Social Media ist ein wichtiges Thema, denn das prägt die jüngere Generation auch in Bezug auf die Kirche«, so der Pastor. Er hat einen Instagram Account und informiert als »Paster_Tobi« seine aktuell 4203 Follower täglich über seinen Alltag als Pastor. Sein Mann hat ebenfalls einen Instagram Account und versorgt seine 1451 Follower als »Diakon_Tobi« mit Infos.

Wohltorfs neuer Pastor und sein Mann sind ehrgeizig: »Wir wollen Erfolge sehen in unserer Arbeit für die Kirche«, sagen sie und definieren als ein Motto das »Leistungs-Glück«. »Wenn Du Leistung gebracht hast, bist Du glücklich«. So seien sie beide geprägt. Um seine neue Gemeinde kennen zu lernen, will Pastor Tobias Knöller von Tür zu Tür gehen und sich vorstellen. Sein Mann leitet seit dem 1. Januar im Kirchenkreis die Agentur »Segensreich«, eine Ritual- und Kasual-Agentur, die Servicestelle für Taufe, Hochzeit und Trauerfeiern mit Herz ist. »Und ich werde ein guter Pastorenehemann sein«, verspricht er.

Wenn zwei Ehepartner die gleichen Vor- und Nachnamen tragen, kommt es zu vielen Anekdoten. »Als wir geheiratet haben, trug der Standesbeamte wegen der Pandemie eine Maske, hatte eine Plexiglasscheibe vor sich und hat nicht wirklich aufgeblickt und wusste deshalb nicht, wer von uns beiden wer ist«, erinnert sich Tobias Knöller. Wenn Post, adressiert an »Tobias Knöller« ankommt, ist die Frage, wer der beiden gemeint ist. Bei einer Reise in die USA stutzte der Beamte, als er nacheinander zwei Männer abfertigte, die den gleichen Namen tragen und verheiratet sind.

Hobbys haben die beiden natürlich auch. »Ich lese sehr gerne theologische Fachbücher und politische Sachbücher«, zählt Pastor Knöller auf. Beide mögen gute Filme, der Musikgeschmack reicht von Klassik über Soul bis zu Pop und natürlich geistlicher Musik. Für die Küche ist Diakon Tobi zuständig. »Ich koche für mein Leben gern«, verrät er. Ganz wichtig sind für beide die Reisen. »Wir mögen es, immer wieder Neues zu entdecken und herauszufinden, wie Menschen woanders leben.« Mal geht es auf größere Touren, mal sind es nur kleine Auszeiten.

Mehr zum Thema