Am 15. Februar im Schloss Reinbek
Konzert »Opernstars von morgen«
, von Hartmuth Sandtner

Reinbek – Am 15. Februar, 18 Uhr, findet das erste Konzert der Freunde des Schlosses Reinbek im Jahr 2026 statt – mit den »Opernstars von morgen«. Das Februar-Konzert der Schlossfreunde gehört seit bald drei Jahrzehnten zu den beliebtesten Veranstaltungen des Fördervereins. Alljährlich präsentieren sich hier höchst talentierte Nachwuchs-Sängerinnen und -Sänger aus der Klasse des Hamburger Musikhochschulprofessors Geert Smits. Vor dem diesjährigen Auftritt der vier jungen Damen und drei Herren hat Christoph Forsthoff vom Vorstand der Schlossfreunde mit dem niederländischen Bariton gesprochen, der einst selbst auf den großen Bühnen dieser Welt von Tokio bis Salzburg, von Monte Carlo bis Melbourne gefeiert wurde und viele Jahre im Ensemble an der Wiener Staatsoper sang.
Was macht den besonderen Reiz dieses Konzertes in Reinbek für Ihre Studierenden aus?
Geert Smits: Für die Studierenden ist es sehr wichtig, außerhalb der Hochschule aufzutreten. Zudem ist das Schlossambiente einzigartig und gibt ihnen nochmal eine zusätzliche Motivation, das Allerbeste aus sich herauszuholen – zumal auch das Publikum schon einiges erwartet. Für uns ist der Auftritt im Reinbeker Schloss alljährlich der Höhepunkt des Wintersemesters: Denn es hat einen großen Lerneffekt, gezielt an einem Programm für ein Konzert außerhalb der Hochschule zu arbeiten, wo es eine hohe Erwartungshaltung gibt – dadurch werden die Studierenden automatisch besser.
Wie haben Sie das Programm zusammengestellt?
Smits: Das Programm ergibt sich aus den Stimmfächern, die zur Verfügung stehen – und dieses Jahr kann ich glücklicherweise auf alle Stimmfächer zugreifen: Sopran, Mezzosopran, Tenor und Bariton. Darum habe ich auch ein paar Ensembles für diese vier Stimmen ins Programm eingebaut. Ansonsten mische ich mich aber nur wenig ein: Es soll vor allem Repertoire sein, das den Studierenden gut liegt und mit dem sie sich aktuell gerade auseinandersetzen.
Ohne jetzt jemand herausheben zu wollen – gibt es unter den Opernstars von morgen die eine oder den anderen, die schon durch Preise auf sich aufmerksam gemacht haben?
Smits: Es sind alles noch sehr junge Sängerinnen und Sänger. Doch tatsächlich hat Antonia Brinkers, die am 20. Februar ihren Bachelor-Abschluss in Form eines Gesangsabends in der Hochschule absolviert, bereits einen Preis bekommen – und zwar für ihr Engagement für Komponistinnen. So findet sich denn auch im Programm eine Komposition der Komponistin Ethel Smyth, nämlich aus ihrer Oper »The Wreckers«.
Das Format verspricht »Opernstars von morgen« – rückblickend auf die lange Historie dieser Reihe: Gibt es unter den zahlreichen Mitwirkenden der vergangenen Jahrzehnte in Reinbek die eine oder den anderen, die danach Karriere gemacht haben?
Smits: Oh ja! Kiwan Sim etwa trat in Reinbek 2009, 2010 und 2011 auf – heute gehört er als Solist zum Ensemble der Oper in Frankfurt, singt dort große Rollen und war auch schon an der MET in New York zu hören. Oder Dongwan Lee, der in denselben Jahren in Reinbek zu erleben war: Nach seinem Engagement an der Oper in Augsburg ist er inzwischen freischaffend unterwegs, hat den 1. Preis beim internationalen Belvedere Wettbewerb gewonnen, als Gast an der Deutschen Oper Berlin wie auch in Süd-Korea gesungen und gibt zudem regelmäßig Meisterkurse. Von den jungen Damen sei Laurence Kalaidjan erwähnt, die hier von 2014 bis 2020 alljährlich zu erleben war und nach ihrem festen Engagement an der Oper in Lübeck vor allem in Norddeutschland immer wieder in verschiedenen Opernhäusern zu hören ist. Ähnlich wie Judith Thielsen – sie sang in Reinbek von 2012 bis 2016 –, die nach acht Jahren an der Oper in Köln mittlerweile Mutter von zwei Kinder ist und freischaffend auf verschiedenen Bühnen auftritt.
Sie selbst haben lange Jahre an der Wiener Staatsoper gesungen – hat Oper heute in der Gesellschaft noch die Bedeutung wie vor 25 Jahren?
Smits: Leider habe ich das Gefühl, dass es immer weniger Menschen gibt, die sich auf eine Oper einlassen wollen. Für viele Menschen soll es schnelle Unterhaltung sein, ohne zu viel nachzudenken: Es soll Spaß machen – und dafür finden viele die Oper nicht geeignet. Wir wissen das natürlich besser… doch ohne belehren zu wollen: Ich finde es einfach schade zu sehen, wie viel Schönes die meisten Menschen verpassen, denn es gibt so viele große Opern, die einem wirklich berühren und seelisch bereichern.
Karten gibt es für € 20,- unter
040-72750800