Martin-Luther Wentorf
Jan Weinhold spielt die Goldbergvariationen
, von Leif Sandtner
Wentorf – Johann Sebastian Bach veröffentlichte 1741 den Druck einer Clavier Übung bestehend aus einer ARIA mit verschiedenen Veränderungen fürs Clavicimbal mit 2 Manualen, heute bekannt als »Goldberg-Variationen« – ein einsamer Höhepunkt barocker Variationskunst. Bei aller kompositorischer Komplexität und virtuosem Anspruch an den Spieler, schmeicheln diese Variationen in ihrer abwechslungsreichen Vielfalt dem Ohr des Hörers. Im Vorwort zu seinen Inventionen beschreibt Bach, dass »am Allermeisten eine cantable Arth im Spielen zu erlangen« für ihn ein Hauptziel sei. Im barocken Sinn schließt es das rhetorische Element, Affektvielfalt und das Hörbarmachen von Figuren sowie Gesten in der Musik selbstverständlich ein.
Das in den großartigen Goldberg-Variationen dem Publikum spielerisch hörbar zu machen ist das Ziel von Jan Weinhold im dritten Konzert des »Orgeljahres« am Sonnabend, 7. März, 18 Uhr an der wunderbaren neuen Lorenz-Orgel: Um letztlich dem nahe zu kommen, was Carl Philipp Emanuel Bach 1753 in seinen »Versuch die wahre Art das Clavier zu spielen« so formuliert hat: »Aus der Seele muß man spielen, und nicht wie ein abgerichteter Vogel.«
Jan Weinhold ist als Kirchenmusiker in Timmendorfer Strand tätig. Als Spezialist für alte Musik auf Tasteninstrumenten arbeitet er mit namhaften Solisten zusammen.
Der Eintritt ist frei, im Anschluss an das Konzert sind Sie herzlich eingeladen zum gemeinsamen Ausklang bei einem Glas Wein oder Wasser!