ÖPNV

Taktausweitungen und Linienverlängerungen: Kreis Stormarn will Busverkehr stärken

, von Kerstin Völling

Reinbek – Gute Nachrichten brachte Kreisverkehrsplaner Björn Schönefeld mit in den jüngsten Ausschuss für Umwelt und Verkehrsplanung: »Es werden sich für Reinbeks Nutzer des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) einige deutliche Verbesserungen in den kommenden Jahren ergeben«, sagte er.

So soll bereits zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember die Buslinie 536, die an der S-Bahn startet, künftig nicht mehr am Senefelder Ring enden, sondern bis Glinde/Markt durchfahren. »Wir binden das Glinder Gewerbegebiet in der Wilhelm-Bergner-Straße mit an«, erklärte Schönefeld. Da der Klimaschutz auch im Kreis ein großes Thema sei, würden sich aus einem vom Kreis neu aufgestellten 9-Punkte-Plan Verbesserungen im Leistungsangebot auf zwei weiteren Buslinien in Reinbek ergeben: »Wir wollen die Linie 137 (S-Bahn Bergedorf/Reinbeker Gewerbegebiet/Glinder Markt), die bisher einen sechsmaligen Taktwechsel täglich aufweist, nächstes Jahr ‚aufräumen‘«, kündigte Schönefeld an. Geplant sei die Einrichtung eines ganztägigen 20-Minuten-Taktes. »Außerdem werden wir die Linie 237 (Wentorf/Reinbek/Glinde/Willinghusen) aufstocken.« Bisher sei diese Linie in Hauptverkehrszeiten im 20 Minuten Takt bis zum Reinbeker Mühlenredder verstärkt, fahre aber so nur nachmittags bis zum Glinder Markt durch. »Die Verstärkerfahrten sollten nach unserer Ansicht aber alle bis zum Glinder Markt eingerichtet werden und dann auch morgens und nachmittags in beide Richtungen«, sagte Schönefeld. Wann die beiden Umstellungen kämen, hinge von der Kreispolitik ab: »Im Idealfall werden sie im Dezember 2020 bereits umgesetzt. Wir arbeiten gerade die Schritte aus und legen sie dann zur Beschlussfassung vor.« Dem Kreis würden die Veränderungen zwischen 50.000 und 100.000 Euro pro Linie kosten.

Doch damit nicht genug: Auch die Nachtbusse will der Kreis zukünftig finanzieren. Das wird einige Politiker in Reinbek besonders freuen, die die Nachtbusse schon immer zur ÖPNV-Grundversorgung, für die der Kreis zuständig ist, gezählt haben (dR berichtete). Bisher gab es immer Streit um die Frage der Zuständigkeit und die Kommunen mussten die Finanzierung der Nachtbusse übernehmen. »Wir wollen auch das Leistungsangebot der Nachtbusse verbessern«, verspricht Schönefeld, »Aumühle und Wentorf zeigen ebenfalls Interesse an Nachtbuslinien.« Allerdings müsse die Kreispolitik auch diesen Plänen noch zustimmen.

Schlechte Nachrichten hatte Schönefeld aber auch noch mit im Gepäck: »Das Teilstück auf der Möllner Landstraße in Oststeinbek bleibt bis November oder gar Dezember gesperrt. Da müssen Busnutzer – vor allem aus Neuschönnigstedt – auch weiterhin mit Verspätungen rechnen, die durch die Umleitungen des Verkehrs entstehen.«
Schönefeld bat um Verständnis, dass er auf S-Bahn-Verspätungen nur bedingt Einfluss nehmen könne, da S-Bahnen im Zuständigkeitsbereich des Landes liegen. »Es hat aber ein gemeinsames Gespräch mit den Bürgermeistern aus Wohltorf, Aumühle und Reinbek sowie mit dem Hamburger Verkehrsverbund (HVV) und dem Verkehrsverbund Schleswig-Holstein stellvertretend für das Land gegeben«, teilte er mit. Dabei sei mitgeteilt worden, dass eine neue Türsteuerung, die sehr empfindlich sei und öfter eine Sperre auslöse, derzeit den größten Ärger mache. Die Zugführer der S-Bahnen müssten die Sperre öfter manuell außer Kraft setzen. Das verursache hauptsächlich die Verspätungen. »Anfang nächsten Jahres soll ein neues Software-Update dieses Problem beheben«, so Schönefeld. Im Übrigen unterstütze der Kreis Stormarn die Stadt Reinbek in dem Bestreben, die Zehn-Minuten-Taktung der S-Bahn wieder einzuführen. Der Verkehrsverbund Schleswig-Holstein habe bestätigt, dass die Nachfrage in Reinbek in Hauptverkehrszeiten eines Zehn-Minuten-Taktes würdig sei. Naturgemäß sei die Nachfrage in Wohltorf und Aumühle nicht so groß. Die S-Bahn müsse aus technischen Gründen aber bis Wohltorf und Aumühle durchfahren. Da es aber bisher keine entsprechende Technik gebe, müsse man auf einen Zehn-Minuten-Takt vorerst verzichten, argumentiert der Verkehrsverbund.

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