Knut Suhk

Das 1. Jahr als grüner Bürgermeister in Aumühle

, von Susanne Nowacki

Vor genau einem Jahr, am 19. Juni 2018, wurde Knut Suhk zum ersten grünen Bürgermeister im beschaulichen Aumühle gewählt. Er übernahm die Leitung der Gemeinde von Dieter Giese, der 18 Jahre die Geschicke Aumühle maßgeblich gelenkt hatte. Bei der Kommunalwahl im Mai 2018 war Suhk aber nicht nur als einer von fünf Kandidaten von Bündnis 90/ Die Grünen in die Gemeindevertretung gewählt worden, sondern auch erneut in den Lauenburgischen Kreistag. Diesem gehört er seit Mitte 2016 an, damals Nachrücker für Uta Röpcke aus Wohltorf. Im Sommer 2018 wurde Suhk zum stellvertretenden Amtsvorsteher im Amt Hohe Elbgeest gewählt. Eine breite kommunalpolitische Klaviatur, auf der der studierte Journalist heute spielt.

Seit einem Jahr ist Knut Suhk Hausherr im Rathaus an der Bismarckallee.

Der 54-jährige Suhk wohnt seit 2003 in Aumühle, war 20 Jahre als Journalist in Hamburg tätig. Nach einer Ausbildung als Mediator entschloss er sich zur Selbstständigkeit, die aber schnell zu den Akten gelegt wurde, als zwei Pflegekinder die Familie komplettierten. »Meine Frau hat eine erfolgreiche Werbeagentur und so bin ich Hausmann geworden, kümmere mich seitdem um Kinder und Haushalt.« Große Veränderungen im Familienleben brachte das wachsende kommunalpolitische Engagement des gebürtigen Hamburgers.
2011 gehörte Knut Suhk zu den sieben Gründungsmitgliedern von Bündnis 90/ Die Grünen in Aumühle, Wohltorf und Dassendorf. 2013 zogen die Grünen mit zwei Sitzen in die Aumühler Gemeindevertretung ein, 2018 waren es fünf. Stärkste Fraktion wurde im vergangenen Jahr die Wählergemeinschaft UWG mit acht Direktmandaten. Durch Überhangmandate gibt es aktuell 23 Aumühler Gemeindevertreter. Da kommt Bürgermeister Suhk seine Mediatorenausbildung gerade recht.

Geerbte Projekte werden abgeschlossen

»Das erste Jahr ist schnell vergangen. Rückblickend frage ich mich, was ich in dieser Zeit geschafft habe«, gesteht Suhk, der vor allem auf Transparenz in der Kommunalpolitik setzt. Vieles dauert lange, dicke Bretter sind zu bohren. Die Zusammenarbeit in der Gemeinde, mit den Nachbargemeinden im Amt Hohe Elbgeest und mit der Amtsverwaltung sei gut. »Aber im Amt kämpfen zehn Gemeinden um die knappen Ressourcen, da dauert manches eben etwas länger.«

In den vergangenen Monaten hat sich Aumühles Bürgermeister vor allem um langjährige Projekte gekümmert, die nun endlich zum Abschluss kommen werden. Dazu gehört neben der Sanierung und Erneuerung von 200 Fenstern der örtlichen zweizügigen Grundschule auch die Sanierung des Bismarck-Turms. Beides erforderte die enge Abstimmung mit dem Denkmalamt. »Für die Fenstersanierung haben wir 200.000 Euro in den Haushalt eingestellt. Mal sehen, ob das reichen wird.«

OGS öffnet im August

Als letzte Gemeinde im Amtsgebiet wird Aumühle im August eine Offene Ganztagsschule eröffnen, die vom Verein Feste Grundschulzeiten geführt wird. 140 Kinder der 170 Schüler werden die OGS besuchen. Eine mit großem Einsatz im Kreis bereits beantragte Kindertagesstätten-Notgruppe für Kinder von drei bis sechs Jahren muss nun doch überraschend nicht eingerichtet werden mangels Bedarf.

Endlich zeichnet sich eine Lösung bei der Mühlenbrücke ab. Hier streiten die Bismarcks mit dem Kreis und der Gemeinde über die Zuständigkeiten. Suhk: »Nun kommen schließlich doch alle an einen Tisch, um eine Lösung zu erarbeiten.«
Ein eigenes Projekt hat Bürgermeister Suhk mit der Teilnahme am European Energy Award angeschoben. Aumühle soll klimafreundlicher werden. Dafür wirbt Suhk auch bei den Gewerbetreibenden um Unterstützung. Im Rathaus soll Schluss sein mit Getränken aus Plastikflaschen.

Knut Suhk strebt Treffen mit den Gewerbetreibenden der Sachsenwaldgemeinde an: »Was ist zu tun, um Gewerbe in Aumühle zu unterstützen? Die Große Straße soll kundenfreundlicher gestaltet werden, so dass Kunden sich dort wohlfühlen. Dafür werden gerade Bänke aufgestellt.«

Aumühle braucht bessere Infrastruktur

Neuansiedelungen sind mangels Flächen schwer möglich. Suhk setzt auf Home Office, weiß aber auch, dass die aktuelle Ausstattung mit schnellen Verbindungen nicht ausreichend ist. In den nächsten fünf Jahren soll das E-Werk Sachsenwald auch in Aumühle Glasfaser bis ins Haus bringen. Vor acht Jahren wollten sich nur 20 Prozent der Anlieger beteiligen. Jetzt hofft Suhk auf größeres Interesse am schnellen Internet.

In diesem Jahr werden Aumühles Straßen mit erheblichen Mitteln (300.000 Euro) saniert. »Ein Tropfen auf den heißen Stein«, fürchtet Suhk, »denn die Straßen sind marode. 30 Jahre wurden verschlafen. Die Gehwegsanierungen habe ich erstmal gestoppt. Wir müssen mit den Anliegern sprechen, was sinnvoll ist und was nicht.« Knut Suhk, der mit dem Rad durch Aumühle unterwegs ist, denkt langfristig an „Share Space“ in den Aumühler Straßen und Wegen, also gemeinsame Nutzung durch alle Verkehrsteilnehmer ohne Gehwege und asphaltierte Straßenflächen. Einer Abschaffung der Straßenausbaubeiträge werde er in der Gemeindevertretung nicht zustimmen: »Die Gemeinde kann auf das Geld nicht verzichten.«

Neubau oder Anbau bei der Feuerwehr

Kommendes Großprojekt wird der Neu- oder Anbau des Feuerwehrgerätehauses sein. Flächen müssen dafür gesichert werden, möglicherweise soll ein Brunnen verlegt werden. Außerdem muss ein zweiter Zuweg zur Schule geschaffen werden, um den Elternverkehr zu entzerren.

Um den ÖPNV zu stärken, ist Suhk zusammen mit Reinbeks Bürgermeister Björn Warmer im Gespräch mit dem HVV zu Pünktlichkeit, Ausfällen und Erhöhung der Taktung. Problematisch ist die Situation für Pendler, die am Aumühler Bahnhof ihre Autos abstellen möchten. Eine Nachtlinie ist in Planung, die über Reinbek nach Wohltorf und Aumühle führen könnte. »Wir unterstützen diese Initiative der Wohltorfer Grünen«, versichert Suhk und verspricht, dass bei allen künftigen Projekten die Kinder und Jugendlichen beteiligt werden, wie es die Landesgesetze seit Jahren vorschreiben. »In vielen Kommunen wird dies bisher noch nicht gelebt, aber in Aumühle machen wir uns jetzt auf diesen Weg«, verspricht Suhk.

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